Carbios Aktie: Netto-Barmittelverbrauch auf 4,2 Millionen gesunken
Carbios verarbeitet Textilabfälle zu T-Shirts und senkt im ersten Halbjahr 2026 Verluste sowie Mittelabfluss.

- T-Shirts aus recyceltem Polyester gefertigt
- Patagonia, PUMA und Salomon beteiligt
- Operativer Verlust um 3,9 Millionen Euro gesunken
- Netto-Mittelabfluss auf 4,2 Millionen Euro reduziert
Das französische Green-Tech-Unternehmen Carbios meldet einen industriellen Fortschritt bei der Wiederverwertung von Textilabfällen. Gestern gab das Unternehmen bekannt, dass auf europäischen Fertigungslinien hochwertige T-Shirts aus recyceltem Polyester hergestellt wurden.
Grundlage waren komplexe Textil- und Plastikabfälle, die über das enzymatische Biorecycling-Verfahren des Unternehmens aufbereitet wurden. Die Produktion erfolgte in Zusammenarbeit mit den Partnern des „Fiber-to-Fiber“-Konsortiums, zu denen Patagonia, PUMA und Salomon gehören.
Nach Unternehmensangaben belegt dieser Schritt, dass die Technologie auch unter den anspruchsvollen Bedingungen industrieller Verarbeitungsprozesse voll einsatzfähig ist. Für Carbios ist der Nachweis der industriellen Skalierbarkeit ein zentraler Baustein, um Partner aus der Konsumgüter- und Sportartikelbranche an sich zu binden.
Sinkende Verluste im ersten Halbjahr
Die technologische Bestätigung fällt in eine Phase spürbarer finanzieller Konsolidierung. Bereits am 24. September legte Carbios die Ergebnisse für das erste Halbjahr 2026 vor, die das Board of Directors tags zuvor gebilligt hatte.
Demnach konnte das Unternehmen den operativen Verlust um 3,9 Millionen Euro auf 11,8 Millionen Euro verringern. Unter dem Strich verbesserte sich das Nettoergebnis um 2,5 Millionen Euro auf ein Minus von 9,4 Millionen Euro.
Verantwortlich für die Entwicklung war ein Rückgang der operativen Ausgaben um 19 Prozent beziehungsweise 3,4 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Der Netto-Barmittelverbrauch ging parallel dazu drastisch zurück: Er lag in den ersten sechs Monaten bei 4,2 Millionen Euro, verglichen mit 33,4 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2025. CEO Benoît Grenot, der die Unternehmensleitung am 1. Juni übernommen hatte, führte diese Zahlen auf die strikte finanzielle Disziplin des vergangenen Jahres zurück.
Zum 30. Juni verfügte Carbios über liquide Mittel in Höhe von 48 Millionen Euro. Nach eigenen Angaben reicht dieser Puffer aus, um die operativen Kosten für mehr als zwölf Monate abzudecken.
Kommerzialisierung und Marktstimmung
Parallel zur Kostenkontrolle treibt das Management die Finanzierung der geplanten Großanlage im französischen Longlaville voran. Im Laufe des Sommers stimmten die Kreditausschüsse einer Mehrheit der beteiligten Kreditgeber dem Projekt zu.
Zudem steht eine kommerzielle Vereinbarung mit einem großen Akteur aus der Getränkeindustrie kurz vor dem Abschluss. Durch diesen Vertrag soll die Vorverkaufsquote für die Nennkapazität der Anlage auf 60 Prozent steigen. Weiterhin laufen Prüfungen durch Exportkreditagenturen und Eigenkapitalpartner.
An der Börse zeigt sich das Papier am heutigen Mittwoch dennoch belastet: Im Handel gibt die Aktie um 4,9 Prozent auf 5,85 Euro nach. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 48 Prozent zu Buche. Carbios will den vollständigen Halbjahresfinanzbericht für 2026 bis spätestens heute auf seiner Internetseite veröffentlichen.
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