Cardano: 15 Millionen Dollar für Quantenforschung

Charles Hoskinson sieht Bitcoin durch starre Governance gefährdet. Cardano setzt auf On-Chain-Abstimmungen gegen Quantenrisiken.

Die Kernpunkte:
  • Hoskinson warnt vor Quantencomputer-Bedrohung
  • Cardano setzt auf flexible On-Chain-Governance
  • Bitcoin Security Consortium mit 15 Mio. Dollar
  • ADA-Wale akkumulieren vor Hard Fork

In der Krypto-Branche verschärft sich die Debatte um die langfristige Sicherheit führender Blockchain-Netzwerke gegenüber künftigen Supercomputern. Charles Hoskinson, der Gründer von Cardano, warnte am Freitag in der Sendung „The Starting Block“ davor, dass Bitcoin seine marktbeherrschende Stellung verlieren könnte, falls die dortige Governance nicht in der Lage sei, rechtzeitig Upgrades gegen die Bedrohung durch Quantencomputer zu koordinieren. Während Bitcoin laut Hoskinson technologisch „in der Zeit eingefroren“ sei, sieht er Cardano durch die eigene On-Chain-Governance besser für die technologische Transformation gerüstet.

Governance als Schutz gegen Quanten-Risiken

Die Warnung von Hoskinson erfolgt vor dem Hintergrund einer wachsenden Sensibilisierung für das sogenannte „Q-Day“-Szenario, bei dem Quantenrechner die heutige Kryptographie brechen könnten. Hoskinson argumentiert, dass Bitcoin aufgrund seiner starren Entscheidungsstrukturen zu langsam auf solche existenziellen Risiken reagieren dürfte. Im Gegensatz dazu erlaube die On-Chain-Governance von Cardano den ADA-Haltern, direkt über sicherheitsrelevante Upgrades abzustimmen. Damit positioniert er sein Projekt als „spirituellen Nachfolger“, der die ursprüngliche Vision von Bitcoin mit einer flexibleren technologischen Basis verbindet.

Parallel zu diesen Aussagen reagiert die Branche bereits auf die drohende Gefahr. Am Donnerstag gründeten neun führende Unternehmen, darunter BlackRock und Coinbase, das „Bitcoin Security Consortium“. Die Gruppe stellt über drei Jahre insgesamt 15 Millionen US-Dollar für die Erforschung quantenresistenter Verfahren zur Verfügung. Analysten von ARK Invest schätzen derweil, dass rund 35 Prozent des gesamten Bitcoin-Bestands in Adressen liegen könnten, die für Angriffe durch Quantencomputer theoretisch anfällig sind.

Whale-Aktivität und operative Meilensteine

Trotz der strategischen Diskussionen bleibt die Marktlage für Anleger herausfordernd. Der Cardano-Kurs notiert aktuell bei 0,1651 USD und verzeichnet damit seit Jahresbeginn ein Minus von 52,98 %. Damit bleibt der Wert weit von seinem 52-Wochen-Hoch entfernt, das am 16. August 2025 noch bei 1,01 USD gelegen hatte. Dennoch zeigen On-Chain-Daten eine deutliche Zunahme der Aktivität im Netzwerk. Gestern fielen die Kurse zeitweise unter die Marke von 0,16 USD, was offenbar verstärkt Käufer anzog. Die Zahl der täglich aktiven Adressen erreichte mit 28.459 ein Vier-Monats-Hoch.

Berichten zufolge halten Großinvestoren, sogenannte Wale, derzeit so viel ADA wie seit dem Jahr 2023 nicht mehr. Diese Akkumulationsphase fällt zeitlich mit der Vorbereitung auf den bevorstehenden „van Rossem Hard Fork“ zusammen. Das Upgrade soll die Skalierbarkeit weiter verbessern und folgt auf Hoskinsons jüngste Ankündigung der „Ouroboros Leios“-Aktualisierung, die den Durchsatz des Netzwerks massiv steigern soll.

Kritik an Ethereum und neue Versicherungsmodelle

Zusätzlich zur Bitcoin-Kritik äußerte Hoskinson am Samstag deutliche Vorwürfe gegenüber Ethereum. Er beschuldigte die Entwickler des zweitgrößten Krypto-Netzwerks, das EUTXO-Modell von Cardano übernommen zu haben, ohne die Urheberschaft angemessen zu würdigen. Hintergrund ist ein Vorschlag der Ethereum Foundation zur Reduktion der Datennutzung, der laut Hoskinson technische Innovationen von Cardano kopiere.

Über die technologische Entwicklung hinaus schlug der Cardano-Gründer die Einführung einer optionalen Versicherung für Krypto-Wallets und Bridges vor. Diese soll durch Prämien und Sicherheiten-Pools finanziert werden, um Nutzer vor den zunehmenden Verlusten durch Protokoll-Exploits zu schützen. Allein in der laufenden Woche wurden bei verschiedenen Vorfällen in der Branche über 11 Millionen US-Dollar entwendet, was die Forderung nach neuen Sicherheitsmechanismen innerhalb des Ökosystems untermauert.

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