Cardano: 16 Millionen ADA gestohlen

Ein Exploit bei der Wallet-Plattform SecondFi entwendet 16 Millionen ADA und drückt den Kurs auf ein Fünfjahrestief von 0,14 US-Dollar.

Die Kernpunkte:
  • 16 Millionen ADA aus 374 Adressen gestohlen
  • SecondFi in Wartungsmodus versetzt
  • ADA-Kurs fällt auf 0,14 US-Dollar
  • Leios-Testnetz startet trotz Sicherheitsvorfall

Ein Sicherheitsvorfall erschüttert das Cardano-Ökosystem. Ausgerechnet zum Start eines wichtigen Skalierungstests trifft ein massiver Wallet-Exploit die Kryptowährung — und schickt den Kurs auf ein Mehrjahrestief.

16 Millionen ADA gestohlen

Am 23. Juni 2026 meldete SecondFi, eine von EMURGO unterstützte Cardano-Wallet-Plattform, eine kritische Sicherheitslücke. Angreifer nutzten einen Fehler in der Software zur Ableitung privater Schlüssel. Immer wenn Nutzer eine Transaktion über die kompromittierte Oberfläche signierten, konnten Unbefugte auf die Wallets zugreifen.

Bis zum 24. Juni bestätigte das Team: Angreifer hatten rund 16 Millionen ADA aus 374 Adressen abgezogen. Auf Basis aktueller Kurse entspricht das etwa 2,4 Millionen US-Dollar. Das Sicherheitsunternehmen SlowMist schätzt den Gesamtschaden jedoch auf über 20 Millionen Dollar, da weitere Geldflüsse noch untersucht werden.

Notfallmaßnahmen und Schadenbegrenzung

SecondFi versetzte die Plattform sofort in einen gesicherten Wartungsmodus. Parallel retteten Entwickler rund 129 Millionen ADA, die nun bei einem unabhängigen Drittverwahrer für betroffene Nutzer gesichert werden.

Ein Fix für nicht kompromittierte Wallets steht bereit. Nutzer mit betroffenen Adressen warnt SecondFi jedoch ausdrücklich: Die Sicherheitslücke liegt auf Adressebene — nicht in der Software selbst. Das Wiederherstellen kompromittierter Recovery-Phrasen in anderen Cardano-Wallets hilft daher nicht. Input Output Global und die Cardano Foundation koordinieren gemeinsam mit SecondFi die Reaktion und ein unabhängiges Audit der gesicherten Mittel.

Kurs auf Mehrjahrestief

Der Hack verschärft einen ohnehin schweren Abwärtstrend. ADA notiert aktuell bei rund 0,14 US-Dollar — ein Rückgang von fast 11 Prozent allein am heutigen Tag. Seit Jahresbeginn hat die Kryptowährung mehr als 60 Prozent ihres Wertes verloren. Das 52-Wochen-Hoch lag bei 1,01 Dollar, der aktuelle Kurs liegt rund 86 Prozent darunter.

Technisch sieht es kaum besser aus. ADA handelt weit unterhalb seines 50-Tage-Durchschnitts von 0,22 Dollar. Der RSI liegt bei 24 — tief im überverkauften Bereich.

Leios-Testnet startet trotzdem

Ausgerechnet am Tag des Exploits startete Cardano das öffentliche Testnetz „Musashi Dojo“ für das Upgrade Ouroboros Leios. Das Protokoll soll den Transaktionsdurchsatz um das 10- bis 65-Fache steigern — von derzeit 4,5 KB/s auf rund 200 KB/s. Das Testprogramm gliedert sich in fünf Phasen und soll den Weg für einen Mainnet-Start noch 2026 bereiten.

Der technische Fortschritt ist real. Kurzfristig überlagert der Sicherheitsvorfall jedoch jeden positiven Impuls — und solange die Schadensermittlung läuft, dürfte das Vertrauen in das Ökosystem unter Druck bleiben.

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