Cardano: 55 Prozent Minus seit Jahresbeginn

ADA fällt auf 0,16 US-Dollar, während Großanleger ihre Bestände ausbauen. Die technische Entwicklung bleibt hoch, die Netzwerknutzung schwach.

Die Kernpunkte:
  • ADA-Kurs fällt auf Jahrestief
  • Großanleger akkumulieren weiter
  • Netzwerknutzung bleibt schwach
  • Hard-Fork-Upgrade steht bevor

Cardano hat gerade eine ungewöhnliche Woche hinter sich. Während der ADA-Kurs auf ein neues Jahrestief rutscht, verlängert die Cardano Foundation ihre Bewerbungsfrist für das Startup-Förderprogramm „Genesis Pre-Accelerator“ bis zum 13. Juli. Entwickleraktivität und Kursverlauf laufen damit in entgegengesetzte Richtungen.

ADA notiert aktuell bei 0,16 US-Dollar. Allein in den vergangenen sieben Tagen hat der Kurs gut 15 Prozent verloren, seit Jahresbeginn steht ein Minus von fast 55 Prozent. Das 52-Wochen-Hoch von 1,01 US-Dollar aus dem August 2025 liegt inzwischen mehr als 84 Prozent über dem aktuellen Niveau.

Entwickler bauen, Nutzer bleiben aus

Der Kursverfall wirkt umso auffälliger, weil die technische Entwicklung bei Cardano nicht nachlässt. In der Woche um den 10. Juli zählte das Netzwerk 233 Code-Commits auf GitHub. Das entspricht 6,2 Prozent der gesamten Layer-1-Aktivität und reicht für einen Platz unter den aktivsten Blockchains überhaupt.

Die tatsächliche Netzwerknutzung zeigt ein anderes Bild. Ende Juni fiel die Zahl der täglichen Transaktionen auf etwa 17.400 – nahe einem 45-Tage-Tief. Smart-Contract-Transaktionen brachen nach einem Hoch am 5. Juni deutlich ein, die Netzwerkgebühren sanken parallel.

Charttechnisch bleibt ADA angeschlagen. Der Kurs liegt unter allen wichtigen gleitenden Durchschnitten: 10 Prozent unter der 50-Tage-Linie bei 0,18 US-Dollar, fast 39 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt bei 0,26 US-Dollar. Anfang Juni durchbrach der Kurs eine Unterstützungszone zwischen 0,20 und 0,22 US-Dollar nach unten. Der RSI steht bei 43,5 – weder überkauft noch überverkauft, aber klar im schwachen Bereich.

Große Wallets stocken auf

Während Kleinanleger offenbar verkaufen, bauen große Halter ihre Position aus. Laut Daten von Santiment wuchs der Anteil von Wallets mit 10 bis 100 Millionen ADA am Gesamtangebot zwischen dem 25. und 29. Juni von 37,66 auf 38,13 Prozent. Dieser Trend setzte sich bis Ende des Monats fort.

Das Auseinanderlaufen von Wal-Akkumulation und schwacher Netzwerknutzung ist kein neues Phänomen bei Kryptowährungen. Es zeigt aber, dass institutionelle und große private Anleger die aktuelle Schwäche offenbar anders bewerten als der Markt insgesamt.

Governance-Fahrplan läuft parallel

Die verlängerte Bewerbungsfrist für den Accelerator ist nur ein Baustein eines größeren Fahrplans. Die Cardano Foundation plant, 220 Millionen ADA an neue Decentralized Representatives zu delegieren, um die Governance-Struktur weiter zu dezentralisieren. Zusätzlich soll ein zweistelliger Millionenbetrag in ADA als Liquidität für Stablecoin-Projekte und DeFi-Anwendungen bereitgestellt werden.

Auf der technischen Seite bereitet sich das Netzwerk auf den „Van Rossem“-Hard-Fork vor, der Cardano auf Protokollversion 11 hebt. Ein Teilschritt ist bereits erledigt: Die Aktualisierung des Plutus-Kostenmodells wurde am 13. Juni mit 68,57 Prozent DRep-Zustimmung und 5 von 7 Stimmen im Constitutional Committee bestätigt und am 18. Juni um 21:45 UTC live geschaltet.

Der eigentliche Auslöser für den Hard Fork selbst steht noch aus. Der entsprechende Antrag wurde bereits in Epoche 637 am 16. Juni eingereicht, läuft aber erst am 18. Juli aus. Als mögliche Umsetzungstermine sind der 28. Juni sowie der 3., 8., 13., 18. und 23. Juli vorgesehen – laut letztem Stand von Intersect vom 26. Juni war die Maßnahme bis dahin noch nicht in Kraft getreten.

Der Upgrade selbst bringt keine grundlegende Umwälzung. Das Ledger bleibt in der Conway-Ära, es findet kein Era-Wechsel statt. Im Kern geht es um Performance-Verbesserungen für Plutus-Smart-Contracts durch neue kryptografische Funktionen, ohne die Transaktionsstruktur zu verändern.

Ob das neue Accelerator-Programm frische Projekte und damit neue On-Chain-Aktivität nach Cardano bringt, dürfte auch davon abhängen, wie reibungslos der ausstehende Hard-Fork-Trigger bis zum 23. Juli über die Bühne geht.

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