Cardano: 93-Prozent-Absturz vom Allzeithoch
Cardano erlebt einen mehrdimensionalen Zusammenbruch mit Kursverlusten, Abwanderung von Plattformen und dem Rückzug des Gründers.

- ADA-Kurs auf tiefstem Stand seit Jahren
- Gründer Hoskinson kündigt Auszeit an
- Analyseplattform TapTools stellt Betrieb ein
- Netzwerkwerte brechen massiv ein
Gründer weg. Plattformen schließen. Und der Kurs auf dem tiefsten Stand seit sechs Jahren. Cardano erlebt gerade einen Zusammenbruch auf mehreren Ebenen gleichzeitig.
ADA notiert aktuell bei rund 0,18 US-Dollar — ein Minus von fast 50 Prozent seit Jahresbeginn und 73 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau. Vom Allzeithoch bei 3,09 Dollar sind es 93 Prozent Verlust. Der RSI liegt bei 15,4, ein Wert, der technisch als extrem überverkauft gilt.
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Governance-Versagen als Auslöser
Den unmittelbaren Anstoß zur aktuellen Krise lieferte eine gescheiterte Abstimmung. Ein Finanzierungsantrag über 7,8 Millionen ADA für den Cardano Summit 2026 in Singapur erhielt 65,21 Prozent Zustimmung — knapp unter der erforderlichen Zweidrittelmehrheit von 66,67 Prozent. Das Event ist abgesagt.
Gründer Charles Hoskinson reagierte öffentlich mit Frustration. In einem Livestream beschrieb er sich als machtlos gegenüber dem aktuellen Niedergang. Kurz darauf kündigte er eine unbefristete Auszeit an — mit den Worten: „I’m taking a break. TTYL.“ Eine Führungsvakuum mitten in der Krise.
Plattformen verlassen das Ökosystem
Der Kursverfall geht mit einem Rückzug zentraler Infrastruktur einher. TapTools, eine Analyseplattform mit über einer Million Nutzer, stellt den Betrieb innerhalb von zwei Wochen ein. Fünf Führungskräfte — darunter COO und CTO — haben das Unternehmen verlassen. Als Grund nennt TapTools hohe Betriebskosten und fehlende nachhaltige Finanzierung.
Der NFT-Marktplatz JPG.Store hat bereits geschlossen. Hoskinson hatte eine solche Entwicklung selbst vorhergesagt und für die zweite Jahreshälfte 2026 eine „Welle von Misserfolgen“ angekündigt. Der Total Value Locked im Cardano-Netzwerk ist gegenüber dem Höchststand Ende 2024 um rund 85 Prozent gefallen und liegt aktuell zwischen 118 und 132 Millionen Dollar.
On-Chain-Daten und technisches Bild
Das Handelsvolumen auf dezentralen Börsen ist von 19 Millionen ADA pro Woche auf etwa 1,9 Millionen eingebrochen. Die Netzwerkgebühren sanken um 45 Prozent auf rund 724.600 Dollar. Ein Gegentrend: Die täglich aktiven Adressen erreichten mit 28.459 ein Viermonatshoch — ohne dass sich das in Kursstabilität niederschlägt.
Technisch testet ADA die Unterstützung bei 0,16 Dollar. Hält diese Zone nicht, liegen die nächsten relevanten Niveaus bei 0,12 und 0,10 Dollar. Ein Death Cross im Wochenchart signalisiert anhaltenden Abwärtsdruck. Entwicklungsarbeit läuft weiter — etwa am Leios-Skalierungsprojekt — doch der Markt richtet seinen Blick gerade auf das Führungsvakuum und die Frage, welche dApps die aktuelle Kontraktion überstehen.
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