Carl Zeiss Meditec Aktie: 100 Millionen Goodwill-Abschreibung droht

Goodwill-Abschreibung von über 100 Millionen Euro droht. Analysten senken Kursziel, während das Management auf eine starke zweite Jahreshälfte hofft.

Die Kernpunkte:
  • Goodwill-Abschreibung über 100 Mio. Euro droht
  • Umsatzrückgang um knapp sechs Prozent
  • Operative Marge in Augenheilkunde auf 1,5% gefallen
  • Kursziel von Bernstein Research gesenkt

Operative Schwäche trifft auf bilanzielle Altlasten. Carl Zeiss Meditec kämpft aktuell an mehreren Fronten. Nach einem enttäuschenden ersten Halbjahr droht dem Medizintechnikkonzern nun eine massive Abschreibung. An der Börse spiegelt sich die Krise deutlich wider. Die Aktie hat auf Jahressicht fast 60 Prozent an Wert verloren und notiert bei 24,72 Euro.

Teures Erbe aus der Vergangenheit

Das größte Risiko verbirgt sich derzeit in der Bilanz. Eine drohende Goodwill-Abschreibung könnte das zweite Geschäftshalbjahr mit mehr als 100 Millionen Euro belasten. Ursache ist die Übernahme des US-Unternehmens IanTech aus dem Jahr 2018. Der Zukauf blieb hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück.

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Derweil warnt das Management vor weiteren Belastungen. Im Bereich der geistigen Eigentumsrechte rechnen die Jenaer mit einem Wertminderungsbedarf auf aktivierte Entwicklungskosten. Dieser Posten dürfte nochmals einen zweistelligen Millionenbetrag verschlingen.

Margen im Sinkflug

Die potenziellen Abschreibungen treffen das Unternehmen in einer ohnehin schwierigen Phase. Im abgelaufenen Halbjahr sank der Umsatz um knapp sechs Prozent auf 991 Millionen Euro. Das bereinigte operative Ergebnis brach parallel dazu auf 60,5 Millionen Euro ein.

Besonders das Geschäft mit der Augenheilkunde bereitet Sorgen. Hier stürzte die operative Marge auf magere 1,5 Prozent ab. Fehlende Verkäufe von Intraokularlinsen in China und Kosten für Produktrückrufe drückten das Ergebnis. Hinzu kam ein hoher Abschreibungsbedarf für ein zurückgestelltes Optik-Projekt.

Hoffnung auf Besserung

Für das Gesamtjahr setzt der Vorstand nun auf eine klare Zweiteilung. Nach dem schwachen Start soll eine deutlich stärkere zweite Jahreshälfte folgen. Das Management kalkuliert mit einem Jahresumsatz von bis zu 2,2 Milliarden Euro. Die bereinigte EBITDA-Marge soll zwischen acht und zehn Prozent liegen.

Analysten bleiben skeptisch. Das US-Analysehaus Bernstein Research senkte das Kursziel für die Aktie von 28,50 auf 26,10 Euro. Die Experten verweisen auf die enttäuschenden Jahresziele und betonen, dass das angekündigte Restrukturierungsprogramm erst noch konkrete Erfolge liefern muss.

Mittelfristig plant Carl Zeiss Meditec eine deutliche Erholung. Bis zum Geschäftsjahr 2028/2029 peilt der Konzern eine bereinigte EBITDA-Marge von über 15 Prozent an. Ein nachlassender Währungsgegenwind und das typischerweise stärkere Sommergeschäft in China sollen dafür die ersten Impulse liefern.

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