Carl Zeiss Meditec Aktie: 36 Prozent Minus seit Jahresstart

Carl Zeiss Meditec leitet Restrukturierung ein und hofft auf Belebung im chinesischen Lasergeschäft. Analysten bleiben skeptisch.

Die Kernpunkte:
  • Restrukturierungsprogramm „Profit Up“ gestartet
  • Umsatz im ersten Halbjahr gesunken
  • China-Geschäft bleibt größte Herausforderung
  • Aktie verliert seit Jahresbeginn deutlich

Carl Zeiss Meditec hat die Restrukturierung auf den Tisch gelegt. Jetzt muss das operative Geschäft liefern. Der nächste Belastungstest kommt aus China: Dort soll das refraktive Lasergeschäft in der saisonal starken Sommerphase zeigen, ob die zweite Jahreshälfte wirklich besser wird.

Die Aktie spiegelt diese Skepsis bereits wider. Am Freitag schloss sie bei 25,18 Euro, auf Wochensicht steht ein Minus von 2,48 Prozent. Seit Jahresanfang summiert sich der Rückgang auf 36,19 Prozent.

Schwaches Halbjahr setzt den Rahmen

Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2025/26 sank der Umsatz um 5,7 Prozent auf 991 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA fiel auf 60,5 Millionen Euro. Damit blieb wenig Raum für Beschwichtigung.

Besonders auffällig war der Margendruck. Die bereinigte EBITDA-Marge rutschte auf 6,1 Prozent nach 10,7 Prozent im Vorjahreszeitraum. Im Ophthalmologie-Geschäft ging der Umsatz um 6,7 Prozent zurück.

Der Druck kam vor allem aus China. Dort fehlten Verkäufe von Bifokal-Intraokularlinsen, außerdem belastete eine Abschreibung rund um das depriorisierte Infinite-Vision-Optics-Projekt. Die Sparte bleibt damit der wunde Punkt im Zahlenwerk.

„Profit Up“ soll Margen zurückholen

Mit der Initiative „Profit Up“ will das Management die Profitabilität über mehrere Jahre wieder auf Kurs bringen. Das Programm umfasst Segmente, Funktionen und Standorte. Ziel sind mehr als 200 Millionen Euro jährliche Ergebnisverbesserung bis zum Geschäftsjahr 2028/29.

Die Maßnahmen reichen von Einschnitten in Zentralfunktionen über effizientere Lieferketten bis zu neu verhandelten Beschaffungsverträgen. Auch das Portfolio steht zur Prüfung. Produkte mit schwacher Marge und geringer strategischer Bedeutung könnten verkauft oder auslaufen gelassen werden.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Vorstand mit einem Umsatz von 2,15 bis 2,2 Milliarden Euro. Bei der bereinigten EBITDA-Marge liegt die Zielspanne bei 8 bis 10 Prozent. Das setzt voraus, dass die zweite Jahreshälfte sichtbar stabiler läuft.

China wird zum Praxistest

Ein Hoffnungsträger ist der VISUMAX 800, der in China früher als erwartet zugelassen wurde. Der Start soll höhere durchschnittliche Verkaufspreise bei Geräten und Behandlungspaketen ermöglichen. Das ist wichtig, weil wiederkehrende Erlöse im refraktiven Geschäft die Marge stützen können.

Das Management verweist zudem auf eine steigende Nutzung von SMILE Pro. In besuchten Kliniken lagen die Behandlungen bereits über dem Niveau der klassischen SMILE-Anwendungen. Genau hier entscheidet sich, ob aus der saisonalen Nachfrage auch echte Ergebnisdynamik wird.

Charttechnisch bleibt das Bild angespannt. Der Kurs liegt knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 25,51 Euro und deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 36,11 Euro. Die Aktie notiert nur noch 7,70 Prozent über ihrem Jahrestief.

Goldman Sachs senkte das Kursziel von 31 auf 28 Euro und blieb bei „Neutral“. Ein weiterer Analyst reduzierte sein Ziel auf 24 Euro und verweist auf das hohe Ausführungsrisiko der Restrukturierung. Die Botschaft ist klar: Der Plan ist da, der Nachweis fehlt noch.

Der nächste feste Termin ist die Telefonkonferenz zum dritten Quartal am 6. August 2026. Bis dahin rücken zwei Punkte in den Vordergrund: erste Signale aus dem chinesischen Sommergeschäft und eine Rückkehr über die 50-Tage-Linie. Beides zusammen würde die Erholungsstory glaubwürdiger machen.

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