Carl Zeiss Meditec Aktie: Zölle verschärfen Krise
Neue US-Importzölle belasten das exportabhängige Geschäftsmodell von Carl Zeiss Meditec zusätzlich zu einem schwachen Quartal und Problemen auf dem China-Markt. Die Jahresprognose wurde zurückgezogen.

- Neue US-Zölle treffen Medizintechnik-Exporte
- Umsatz und EBITA im Quartal deutlich eingebrochen
- China-Markt bleibt größtes operatives Problem
- Halbjahresbericht im Mai als nächster Schlüsseltermin
Ein schwaches Auftaktquartal, ein China-Geschäft unter Druck und eine zurückgezogene Jahresprognose — Carl Zeiss Meditec kämpft bereits an mehreren Fronten. Nun kommt mit den neuen US-Importzöllen eine weitere Belastung hinzu.
Neues Zollregime trifft exportabhängiges Geschäftsmodell
Seit die Trump-Administration die Abgaben auf neuer Rechtsgrundlage neu festgesetzt hat, gilt für Medizinprodukte aus der EU ein Basiszoll von 10 Prozent — ohne Ausnahme für nicht-pharmazeutische Medizintechnik wie Operationsmikroskope oder medizinische Laser. Für ein Unternehmen, das einen wesentlichen Teil seiner Produkte in die USA exportiert, ist das spürbar.
Noch brisanter: Beim US-Handelsministerium laufen Section-232-Untersuchungen, die 2026 weitere Zölle auf Medizinprodukte nach sich ziehen könnten. Die Citigroup hatte bereits früh auf dieses Risiko hingewiesen — speziell für Segmente wie die Medizintechnik bei chronischen Erkrankungen, die bisher von Zöllen verschont geblieben waren.
Operative Schwäche macht das Timing besonders ungünstig
Das Zollthema trifft ein Unternehmen, das fundamental bereits unter Druck steht. Im ersten Quartal 2025/26 brach der Umsatz auf 467 Millionen Euro ein — ein Rückgang von knapp 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Noch deutlicher fiel der Einbruch beim EBITA aus: von 35,2 auf 8,1 Millionen Euro, die Marge schrumpfte von 7,2 auf 1,7 Prozent.
China, mit einem Umsatzanteil von rund einem Viertel der wichtigste Einzelmarkt, bleibt das Hauptproblem. Laut DZ-Bank-Analyst zeichne sich dort zwar eine Bodenbildung ab, eine nachhaltige Trendwende sei jedoch noch nicht in Sicht. Die DZ Bank senkte den fairen Wert der Aktie entsprechend von 42 auf 26 Euro, behielt aber die Einstufung „Halten“ bei. Vier von fünf Analysten, die im März ein Votum abgaben, empfehlen ebenfalls das Halten der Aktie — einer rät zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 27,58 Euro.
Halbjahresbericht am 12. Mai als entscheidender Termin
Die Aktie hat sich seit ihrem 52-Wochen-Tief von 22,62 Euro Ende März leicht erholt und kreuzte Anfang April kurzzeitig die 20-Tage-Linie nach oben. Seit Juni 2025 summieren sich die Verluste dennoch auf rund 57 Prozent.
Am 12. Mai legt das Unternehmen seinen Halbjahresbericht vor. Das Management hat angekündigt, dann eine aktualisierte Jahresprognose, Kostenoptimierungsmaßnahmen sowie konkrete Einschätzungen zum chinesischen Refraktivmarkt und zur laufenden nationalen Ausschreibung für Intraokularlinsen zu präsentieren. Ob die US-Zölle zu diesem Zeitpunkt bereits quantifizierbar sind, dürfte darüber entscheiden, ob eine neue Prognose überhaupt formuliert werden kann — oder ob das Unternehmen erneut vertagen muss.
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