Carl Zeiss Meditec: EBITA um 80 Prozent eingebrochen
Der Medizintechnikkonzern kämpft mit US-Zöllen, chinesischer Konkurrenz und fehlender Führung. Der Aktienkurs fiel seit Jahresbeginn um 34 Prozent.

- US-Zölle belasten Exportgeschäft
- China-Geschäft unter Preisdruck
- Umsatz- und Gewinneinbruch im Quartal
- CEO-Posten weiterhin unbesetzt
Kein CEO, kein Jahresziel, kein Rückenwind aus China — Carl Zeiss Meditec steckt in einer Lage, in der sich strukturelle Probleme und kurzfristige Schocks gegenseitig verstärken. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 34 Prozent verloren und notiert mit knapp 26 Euro nur knapp über dem 52-Wochen-Tief.
US-Zölle ohne bezifferbaren Schaden
Seit die Trump-Administration die Abgaben auf neuer Rechtsgrundlage festgesetzt hat, gilt für Medizinprodukte aus der EU ein Basiszoll von zehn Prozent — auch für Operationsmikroskope und medizinische Laser. Für ein Unternehmen, das einen wesentlichen Teil seiner Produkte in die USA exportiert, ist das spürbar. Noch brisanter: Beim US-Handelsministerium laufen Section-232-Untersuchungen, die 2026 weitere Zölle auf Medizintechnik nach sich ziehen könnten.
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Genau diese Ungewissheit verhindert eine verlässliche Jahresprognose. Die ursprünglichen Ziele — rund 2,3 Milliarden Euro Umsatz und eine EBITA-Marge von 12,5 Prozent — hat das Management bereits im Januar 2026 zurückgezogen.
China: Preiskampf im Premiumsegment
Das staatliche Volume-Based-Procurement-System (VBP) zwingt Hersteller von Intraokularlinsen in Preisausschreibungen, bei denen chinesische Anbieter zunehmend die Oberhand gewinnen. Im Dezember 2025 zog Carl Zeiss Meditec seine bifokale Linse aus dem laufenden Tender zurück. Die nächste landesweite VBP-Runde dürfte härter werden: Chinesische Wettbewerber haben inzwischen Zulassungen für multifokale Linsenkategorien erhalten — genau jenes Premiumsegment, in dem der Jenaer Konzern bisher seine Margen verdient hat.
Ein Rückzug aus China steht dennoch außer Frage. Das Land macht rund ein Viertel des Umsatzes aus. Als Reaktion plant das Management, mehr Produktion in die Volksrepublik zu verlagern — zwei eigene Standorte in Guangzhou und Suzhou existieren bereits.
Schwache Zahlen, interimer Chef
Die Quartalszahlen unterstreichen den Ernst der Lage. Im ersten Quartal 2025/26 sank der Umsatz um 4,8 Prozent auf 467 Millionen Euro. Das operative Ergebnis brach um fast 80 Prozent auf gut 8 Millionen Euro ein — belastet durch Währungseffekte, höhere Abschreibungen und das schwache China-Geschäft. Unter dem Strich stand ein Verlust von knapp 5 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 15,7 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
Personell kommt erschwerend hinzu, dass Maximilian Foerst Ende 2025 nach einem Compliance-Vorfall aus früherer Position vorzeitig ausgeschieden ist. Seitdem führt Andreas Pecher das Unternehmen ad interim — als gleichzeitiger Vorstandsvorsitzender der gesamten ZEISS Gruppe. Ein permanenter Nachfolger ist noch nicht benannt.
Halbjahresbericht als Gradmesser
Am 12. Mai 2026 legt Carl Zeiss Meditec den Halbjahresbericht vor. Der Markt erwartet drei Dinge: eine aktualisierte Jahresprognose, konkrete Details zum Restrukturierungsprogramm und Klarheit über den Ausgang des chinesischen IOL-Tenders. Ob die US-Zölle bis dahin quantifizierbar sind, entscheidet darüber, ob überhaupt eine neue Prognose formuliert werden kann. Eine Personalie könnte den Kurs unabhängig davon bewegen: Wer auch immer als permanenter CEO benannt wird, sendet ein Signal — in beide Richtungen.
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