Carnival Aktie: Hurrikan Polo ändert Panorama-Route

Bank of America bleibt bei Carnival positiv; starke Buchungen treffen auf höhere Treibstoffkosten und wetterbedingte Routenänderungen.

Die Kernpunkte:
  • Bank of America hält an Kaufempfehlung fest
  • Carnival sichert Treibstoffpreise nicht ab
  • Kreuzfahrtausgaben lagen zweistellig über Vorjahr
  • Kundeneinlagen erreichten neun Milliarden US-Dollar

Mitten in einer Phase spürbar anziehender Rohölnotierungen gerät die Ausgabenseite des weltweit größten Kreuzfahrtunternehmens verstärkt ins Blickfeld der Investoren. Bank of America Securities hält an ihrer Kaufempfehlung für die Carnival-Aktie fest.

Nach Einschätzung des Analysehauses fällt der jüngste Preisanstieg beim Rohöl der Sorte Brent besonders schwer ins Gewicht, weil Carnival unter den großen Wettbewerbern der Branche als einziger Anbieter vollständig auf eine Absicherung gegen Treibstoffpreisschwankungen verzichtet.

Marktbeobachter achten vor allem darauf, ob die Effizienzgewinne beim Treibstoffverbrauch je Passagier ausreichen, um die Teuerung an den Rohstoffmärkten auszugleichen.

Unwetter zwingen zu Routenänderungen

Zu den energiewirtschaftlichen Herausforderungen kamen am vergangenen Wochenende operative Beeinträchtigungen durch extremes Wetter hinzu. Ein schwerer Sturm vor der US-Ostküste verzögerte die planmäßige Rückkehr der Carnival Sunshine nach Norfolk um einen Tag.

In der Folge verkürzte das Unternehmen die anschließende Reise in die Bahamas, strich den geplanten Zwischenstopp auf Bimini und erstattete den Gästen anteilig Reisetage sowie vorab bezahlte Bordpakete.

An der US-Westküste wiederum zwang Hurrikan Polo die Schiffsführung der Carnival Panorama zu Kursänderungen. Das für 4.000 Passagiere ausgelegte Schiff strich die mexikanischen Häfen Puerto Vallarta und Mazatlán und lief stattdessen Ensenada an. Während Routenanpassungen bei Wirbelstürmen aus Sicherheitsgründen üblich sind, bringen Hafenausfälle und Rückabwicklungen gebuchter Landausflüge stets zusätzlichen organisatorischen Aufwand mit sich.

Starke Buchungslage stützt das Geschäft

Gleichzeitig präsentiert sich die Nachfrageseite der Kreuzfahrtbranche weiterhin robust. Auswertungen von Kreditkartendaten durch Bank of America signalisieren, dass die Konsumausgaben für Kreuzfahrten in den Sommermonaten Juli und August im zweistelligen Prozentbereich über dem Vorjahresniveau lagen. Die Kundeneinlagen erreichten zuletzt mit neun Milliarden US-Dollar einen Höchstwert.

An den Finanzmärkten zeigte sich der Kurs vor dem Wochenende stabilisiert. Am Freitag verzeichnete die Carnival-Aktie ein Tagesplus von 2,1 Prozent und ging bei 22,25 US-Dollar aus dem Handel.

Auf Sicht von 30 Tagen steht für das Papier allerdings ein Rückgang von 10 Prozent zu Buche. Offen bleibt, ob die unverändert hohe Buchungsdynamik die Belastungen durch ungehedgte Treibstoffkosten und wetterbedingte Fahrplananpassungen ausgleichen kann.

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