Carnival Aktie: Moody’s stuft Anleihen herab
Carnival verzeichnet schwächere Europa-Buchungen und ein niedrigeres Rating. Trotz Bilanzmaßnahmen fällt die Aktie auf ein neues Jahrestief.

- Moody’s stuft Senior Notes herab
- Anleihen über 3,1 Milliarden Dollar betroffen
- Europäische Buchungen belasten Jahresziele
- Aktie verliert 19 Prozent monatlich
Carnival kämpft an zwei Fronten gleichzeitig. Während der Nahost-Konflikt die Buchungslage im Kreuzfahrtgeschäft belastet, hat Moody’s Ratings dem Konzern eine Herabstufung seiner Anleihen verpasst. Die Kombination drückt die Aktie auf ein neues Jahrestief.
Ratingagentur streicht Besicherung – Herabstufung folgt
Moody’s senkte Anfang August das Rating von Carnival Corporation Ltd. und Carnival UK Ltd. für Senior Notes von Baa2 auf Ba1. Grund war der Wegfall der Besicherung, nachdem eine zweite Ratingagentur dem Unternehmen bereits Ende Juni Investment-Grade-Status zugesprochen hatte.
Betroffen sind Anleiheemissionen von rund 3,1 Milliarden US-Dollar, darunter 2028er-Notes über 2,4 Milliarden Dollar und 2029er-Papiere über 500 Millionen Dollar. Immerhin: Der Ausblick von Moody’s bleibt positiv – die Herabstufung ist formaler Natur, keine Warnung vor akuten Zahlungsproblemen.
Parallel dazu hat Carnival die teureren 7,0-Prozent-Notes über 500 Millionen Dollar Anfang August vorzeitig zurückgerufen und zu 103,50 Prozent des Nennwerts getilgt. Der Konzern nutzt damit sein verbessertes Finanzierungsumfeld, um die Zinslast zu drücken – die Netto-Verschuldung im Verhältnis zum EBITDA war zuletzt auf das 3,1-fache gesunken, nach 3,4 zum Jahresende 2025.
Nahost-Konflikt trifft europäische Buchungen
Zur bilanziellen Baustelle kommt ein operatives Problem. Der erneut aufgeflammte Nahost-Konflikt und steigende Ölpreise haben am Montag für eine Risiko-Off-Bewegung im Kreuzfahrtsektor gesorgt – Carnival verlor an diesem Tag 3,2 Prozent.
Bereits im Juni hatte der Konzern seine Netto-Rendite-Guidance für das Gesamtjahr wegen schwächerer europäischer Buchungen um 100 Basispunkte auf rund 1,75 Prozent gesenkt, während die EPS-Prognose für das Jahr leicht auf 2,22 US-Dollar angehoben wurde. Die EBITDA-Guidance wanderte dagegen von 7,19 auf rund 7,11 Milliarden Dollar nach unten.
Diese Gegenläufigkeit zeigt: Operativ hält sich Carnival mit Kostendisziplin und Aktienrückkäufen – im zweiten Quartal wurden mehr als 17 Millionen Aktien für über 450 Millionen Dollar zurückgekauft – über Wasser. Die geopolitische Komponente entzieht sich jedoch jeder Kontrolle des Managements.
Kurs auf Jahrestief, Bewertung überverkauft
Der Aktienkurs spiegelt den Druck deutlich wider. Am Dienstag schloss das Papier bei 23,23 US-Dollar, nach einem Tagesverlust von 2,8 Prozent. Auf Wochensicht steht ein Minus von 9,2 Prozent, auf Monatssicht von 19 Prozent zu Buche. Der RSI von 27,1 signalisiert eine überverkaufte Situation – die Marktkapitalisierung liegt derzeit bei umgerechnet 28,21 Milliarden Euro.
Für Q3 2026 erwarten Analysten einen Gewinn pro Aktie von 1,36 US-Dollar, ein Rückgang von 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die 30-Tage-Volatilität von 39 Prozent annualisiert unterstreicht, wie nervös der Markt das Papier derzeit handelt.
Solange sich die geopolitische Lage nicht entspannt, dürfte die Unsicherheit über die europäischen Buchungstrends die Kursentwicklung dominieren – unabhängig davon, wie solide die Bilanzarbeit im Hintergrund verläuft.
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