Carnival Aktie: PROPEL zielt auf 50% EPS-Wachstum bis 2029

Kreuzfahrtriese meldet Rekordumsatz im ersten Quartal, senkt aber Jahresprognose wegen fehlender Treibstoffabsicherung.

Die Kernpunkte:
  • Rekordumsatz von 6,2 Milliarden Dollar
  • EPS-Prognose auf 2,21 Dollar gesenkt
  • Fehlendes Hedging bei Treibstoffkosten
  • Buchungen steigen um zehn Prozent

Starke Buchungen, schwacher Kurs. Bei Carnival klaffen operative Stärke und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Der Kreuzfahrtriese hat ein klares Langfristprogramm vorgelegt — und kämpft gleichzeitig mit einem strukturellen Treibstoffproblem, das Wettbewerber besser im Griff haben.

PROPEL: Ambitionierte Ziele bis 2029

Carnival hat mit dem PROPEL-Programm eine neue Langfriststrategie definiert. Die Ziele bis 2029 sind konkret: ein Return on Invested Capital von über 16 Prozent, ein bereinigtes EPS-Wachstum von mehr als 50 Prozent gegenüber 2025 und Ausschüttungen von insgesamt rund 14 Milliarden Dollar an die Aktionäre.

Kernstück der Strategie ist gedrosseltes Kapazitätswachstum. Statt rund 3 Prozent wie in den Jahren 2016 bis 2019 plant Carnival für 2026 bis 2029 nur noch etwa 1 Prozent CAGR. Lediglich drei Schiffsauslieferungen stehen in diesem Zeitraum an. Das Kalkül: Qualität vor Volumen, um Preise und Margen zu schützen.

Starkes Q1, aber Ölpreis drückt Jahresausblick

Das erste Quartal 2026 lief gut. Carnival erzielte einen Rekordumsatz von 6,2 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn übertraf die eigene Prognose um 40 Millionen Dollar und lag mehr als 55 Prozent über dem Vorjahreswert.

Das Gesamtjahr sieht weniger komfortabel aus. Carnival senkte seine EPS-Prognose für 2026 auf 2,21 Dollar — gegenüber dem Dezember-Ziel von 2,48 Dollar. Der Grund: ein Treibstoff-Gegenwind von 500 Millionen Dollar. CFO Bernstein bezifferte die Sensitivität klar: Jede Veränderung der Treibstoffkosten um 10 Prozent je Tonne verschiebt das Ergebnis um rund 160 Millionen Dollar.

Das Problem ist strukturell. Royal Caribbean sichert rund 60 Prozent seines Treibstoffbedarfs ab. Carnival betreibt kein Hedging. Das macht den Konzern anfälliger als die Konkurrenz — und erklärt einen Teil des Kursabschlags.

Buchungen solide, Bewertung unter Druck

Die Nachfrageseite sendet keine Warnsignale. Buchungen für 2026 stiegen um 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Rund 85 Prozent der Kapazität sind bereits verkauft — zu historisch hohen Preisen. Die Kundenanzahlungen erreichten knapp 8 Milliarden Dollar, ein Rekordwert für ein erstes Quartal.

An der Börse spiegelt sich das kaum wider. Carnival notiert rund 22 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. Das NTM-EV/EBITDA-Multiple liegt beim 8,6-Fachen — deutlich unter dem 12,3-Fachen von Royal Caribbean. Von 25 beobachtenden Analysten sprechen 20 eine Kauf- oder Outperform-Empfehlung aus. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 34 Dollar.

Die Q2-Zahlen erscheinen Ende Juni. Steigen die Ticketpreise weiter schneller als die Treibstoffkosten, bleibt das Gewinnbild intakt — und der Abstand zum Kursziel der Analysten wird schwerer zu begründen sein.

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