Cashcloud – Absturz auf ganzer Linie

Die Schweizer Cashcloud feierte noch Anfang Juni ihre Börsennotierung. Kaum hatten die Sektkorken jedoch geknallt, kam sprichwörtlich der Kater danach. Ende Juni stoppte die Deutsche Börse den Handel.

 

© Cashcloud
© Cashcloud

Die Begründung dazu: Ein ordnungsgemäßer Handel wäre derzeit nicht sichergestellt. Die Aktie von Cashcloud konnte in diesen gut drei Wochen erheblich an Performance gewinnen. Im Nachhinein wurde jedoch bekannt, dass ein Anbieter aus Lettland, genauer gesagt aus Riga, mit zweifelhaften Methoden den unbedingten Kauf empfohlen hatte.

Wie sich später bzw. im Kleingedruckten nachlesen ließ, war der Verfasser dieser Empfehlungen selber maßgeblich an Cashcloud beteiligt.

 

Zahlen via Smartphone – Trend der Zukunft?

Das Bezahlen per Smartphone ist zweifellos einer der künftigen Wachstumsmärkte schlechthin. Diese Art des Bezahlens wird in immer mehr Geschäften angeboten, auch wenn viele Kunden hier noch Sicherheitsbedenken haben.

Neben Cashcloud tummeln sich aber noch jede Menge andere Anbieter auf dem Markt. Dazu gehören ebenfalls innovative Start-up Unternehmen genauso wie Großkonzerne, die entsprechend kapitalstark aufgestellt sind.

In der Zukunft wird sich hier die Spreu vom Weizen trennen. Cashcloud ist unbestritten innovativ und konnte auch bereits einige Preise z. B. für die eigene App kassieren. Jedoch bleibt die Finanzlage umstritten.

 

Wo sollen die Millionen herkommen?

Erst Mitte Juli verkündete man die Zusage eines Investors über 1 Mio. Euro neues Eigenkapital. Reichen wird das nicht. Cashcloud selbst schätzt seinen Kapitalbedarf für ein Jahr auf 7,6 Mio. Schweizer Franken.

Die Wirtschaftsprüfer KPMG hatten für einen 2-Jahres-Zeitraum einen Kapitalbedarf von 10 Mio. Schweizer Franken in ihrer Schätzung. Erst für 2017 soll Cashcloud überhaupt in der Lage sein, einen Überschuss zu erzielen.

Bis dahin ist noch etwas Zeit, jedoch bleibt die Frage, ob das Unternehmen bis dahin finanziell noch in der Lage ist, das Geschäft voranzutreiben.

 

Handel wieder möglich

Viele Anleger, die die Papiere der Schweizer noch in ihrem Depot hatten, hatten diese wahrscheinlich schon abgeschrieben. Seit gestern jedoch sind die Aktien von Cashcloud wieder handelbar.

 

Anleger von Cashcloud ergriffen die Flucht

Das Ergebnis überrascht dabei nicht. So ergriffen viele Aktionäre die Chance und warfen ihre Papiere auf den Markt. Der Kurs sackte dabei im gestrigen Tagesverlauf von 10,45 Euro auf 2,61 Euro ab. Anschließend ging es wieder bis auf 5,84 Euro nach oben.

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Aber auch heute mussten Verluste hingenommen werden. Bisher ging es um 2,38% auf 5,70 Euro wieder nach unten. Das weitere Spiel sollten Sie vom Spielfeldrand aus betrachten, es sei denn, Sie lieben Nervenkitzel und ein hohes Spekulationsrisiko.

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