Cashcloud bald ein Pennystock?

Hoch geflogen, tief gefallen: Das ist die vorläufige Bilanz des kurzen, aber bislang sehr wechselhaften Börsenlebens der Schweizer Cashcloud. Der Anbieter von mobilen Zahlungslösungen war unter den Schlagwörtern „e-Payment“ und „FinTech“ an die Börse gekommen und durch zum Teil sehr zweifelhafte Börsenbrief-Push-Dienste vom Start weg hochgejubelt worden.

 

© Cashcloud
© Cashcloud

Doch machte die Deutsche Börse AG dem anrüchigen Treiben ein Ende und setzte die Aktie Ende Juni vom Handel aus. Mittlerweile ist der Wert zwar wieder handelbar, doch von Euphorie keine Spur mehr, im Gegenteil. Viele durch die Handelsaussetzung verunsicherte Anleger haben schnellstmöglich Kasse gemacht. Zwar gab es zwischenzeitlich sogar eine leichte Gegenbewegung, doch diese fiel erwartungsgemäß schnell wieder in sich zusammen.

 

Cashcloud auf dem Weg zum Penny-Stock

Damit nähert sich die Cashcloud-Aktie in schnellen Schritten der „magischen“ Marke von 1 Euro, worunter man bekanntlich als so genannter Penny-Stock verschrien ist. Also nur noch etwas für die ganz hartnäckigen Zocker.

Nun: Börse wäre nicht so, wie sie ist, wenn es da nicht immer noch die Möglichkeit auf eine Comeback-Story gäbe. Allerdings könnte das bei Cashcloud eine vergebliche Hoffnung sein, weil das Unternehmen überhaupt nicht so lange mehr überlebt, um vielleicht operative Erfolge zu erreichen und damit auch wieder das Interesse der Anleger zu finden.

 

Geht Cashcloud das Geld aus?

Denn die derzeit abzusehende Schwachstelle ist die Finanzierung. Schon im Emissionsprospekt war nachzulesen, dass die Gesellschaft zum Zeitpunkt der Prospekterstellung nicht über die notwendigen Kapitalmittel verfügte, um den in den folgenden 12 Monaten anfallenden Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. So war schon zur Emission angekündigt worden, über eine baldige Kapitalerhöhung benötigte Liquidität hereinzuholen.

Mit einem hohen Aktienkurs wäre das Unterfangen sicher geglückt. Schließlich muss Cashcloud nach Einschätzung der Wirtschaftsprüfer von KPMG für diese und nächsten Jahr mindestens 10 Mio. Franken auftreiben, um seinen Verpflichtungen nachkommen zu können und das operative Geschäft am Laufen zu halten.

 

Dringend benötigte Kapitalerhöhung gilt als illusorisch

Doch in der jetzigen Situation ist zum einen eine Kapitalerhöhung als solche wohl kaum unterzubringen geschweige denn in der nötigen Höhe. Doch ohne steht schon die Pleite an die Wand geschrieben. Zumal Cashcloud in einem sehr wettbewerbsintensiven Markt unterwegs ist, wo auch viele Tech-Riesen versuchen, neues Wachstum zu generieren. Ob Cashcloud mit seiner faktisch kaum vorhandenen Finanzbasis da mithalten kann, darf mehr als bezweifelt werden. Dabei wird der technische Ansatz der Eidgenossen in Fachmedien und der Branche durchaus positiv bewertet.

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Einen weißen Ritter würde es im Notfall deshalb wohl trotzdem nicht geben. Auch wenn es sehr pessimistisch klingt, so dürfte unter den gegebenen Vorziechen bei Cashcloud keine Frage mehr sein, ob das Unternehmen scheitert, sondern wann.

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