Caterpillar Aktie: Zölle bremsen Rekordnachfrage

Für 2026 veranschlagt Caterpillar 2,2 Milliarden Dollar an Zollkosten; zugleich erreichte der Auftragsbestand im dritten Quartal einen Höchststand.

Die Kernpunkte:
  • Aktie verlor am Mittwoch rund sechs Prozent
  • Zollaufwand 2026 bei 2,2 Milliarden Dollar
  • Auftragsbestand im dritten Quartal: 78,1 Milliarden Dollar
  • Power & Energy legte um 30 Prozent zu

Volle Auftragsbücher, aber ein Kursrutsch: Bei Caterpillar passen Nachfrage und Aktienkurs derzeit nicht zusammen. Am Mittwoch verlor das Papier rund sechs Prozent und schloss bei etwa 591 Dollar. Auslöser ist die Erkenntnis, dass die Zollbelastung vorerst bleibt.

Zölle bleiben Chefsache

Die US-Wahl bringt dem Baumaschinenkonzern keine Entlastung. Zölle liegen weitgehend in der Hand des Weißen Hauses. Ein demokratisch kontrollierter Kongress kann Entscheidungen schärfer prüfen, eine Kehrtwende scheitert jedoch am Veto des Präsidenten. Allianz Research rechnet sogar damit, dass der effektive US-Zollsatz bis Januar 2027 auf rund 8,5 Prozent steigt.

Für 2026 kalkuliert Caterpillar mit Zollkosten von rund 2,2 Milliarden Dollar. Das ist demnach kein Ausreißer, sondern eher der neue Normalzustand. Bereits bei den Quartalszahlen am 29. Oktober stellte das Management Margen am unteren Ende der Zielspanne in Aussicht. Hinzu kommt die offene Überprüfung des Handelsabkommens mit Mexiko und Kanada, die für grenzüberschreitende Lieferketten zentral ist.

Nachfrage ist nicht das Problem

Der Auftragsbestand erreichte im dritten Quartal mit 78,1 Milliarden Dollar einen Rekord. Das entspricht knapp 3,8 Quartalsumsätzen. Die Sparte Power & Energy, die unter anderem Stromaggregate für Rechenzentren liefert, wuchs um 30 Prozent.

Der Engpass liegt in der Produktion. Die Werke kommen mit der Auslieferung kaum hinterher.

Charttechnisch angeschlagen

Der Abwärtstrend seit dem Hoch bei 1.073 Dollar ist intakt. Die Aktie notiert rund 27 Prozent unter der 200-Tage-Linie bei 809 Dollar, auch die 50-Tage-Linie bei 771 Dollar liegt klar darüber.

Der Relative-Stärke-Index fiel auf 22,7, Werte unter 30 gelten als überverkauft. Das Handelsvolumen lag mit 5,8 Millionen Aktien gut doppelt so hoch wie im Schnitt.

Als erster Widerstand gilt die offene Kurslücke zwischen 609 und 624 Dollar. Die wichtigste Unterstützung liefert das Jahrestief vom November 2025 bei 537 Dollar. Fällt diese Marke, wäre es der tiefste Stand seit mehr als einem Jahr.

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