CATL Aktie: 2,556 Milliarden Yuan für Qiyuan
CATL erwirbt 24,87 Prozent an Qiyuan für 370 Millionen Dollar, während Lithium-Futures einbrechen und die Aktie 2,9 Prozent verliert.

- Lithium-Futures stürzen um 6 Prozent ab
- CATL investiert 370 Millionen Dollar in Qiyuan
- Aktie verliert 2,9 Prozent auf 376,73 Yuan
- Marktanteil bei 42,33 Prozent im Juli
CATL sorgt am Dienstag gleich an mehreren Fronten für Bewegung. Während die Aktie an der Börse unter Druck gerät, treibt der Konzern seine Diversifizierung mit einer milliardenschweren Beteiligung voran und heizt zugleich Spekulationen über den Lithiummarkt an.
Lithiumcarbonat-Futures brechen ein
Am heutigen Dienstag fielen die Lithiumcarbonat-Futures an der Guangzhou Futures Exchange für den Januar-2027-Kontrakt um 6,09 Prozent auf 150.300 Yuan je Tonne und markierten damit ein neues Intraday-Tief.
Auslöser waren wachsende Markterwartungen, dass CATL seine seit August 2025 stillgelegte Jianxiawo-Mine bald wieder hochfahren könnte, gepaart mit einer allgemein schwächeren Stimmung an den Rohstoffmärkten.
Benchmark Mineral Intelligence hatte bereits vor rund zwei Wochen gewarnt, dass die Unsicherheit über den Neustart der Mine die globale Versorgung belaste – ein anhaltender Stillstand könnte 2026 rund 60.000 Tonnen Lithiumcarbonat-Äquivalent vom Markt nehmen. Ein Wiederanlaufen würde also zusätzliches Angebot freisetzen und erklärt den heutigen Kursrutsch am Terminmarkt.
Für CATL selbst ist die Mine strategisch bedeutsam, da sie einen Teil der Rohstoffversorgung für die eigene Batterieproduktion sichert. Ein Neustart würde die Kostenposition des Konzerns stärken, dürfte aber gleichzeitig den Lithiumpreis weiter drücken – mit gemischten Folgen für die gesamte Branche.
Einstieg bei Batteriewechsel-Spezialist Qiyuan
Parallel zur Marktturbulenz meldete CATL den Erwerb eines 24,87-Prozent-Anteils am Anbieter von Batteriewechselsystemen für Lastwagen, Qiyuan Xindongli, auch bekannt als Qiyuan Green Power. Verkäufer war China Power, eine Tochtergesellschaft der State Power Investment Corporation.
Der Kaufpreis belief sich auf 2,556 Milliarden Yuan, umgerechnet rund 370 Millionen US-Dollar. Mit dem Zukauf steigt CATL zum größten Anteilseigner auf und hält nun insgesamt 30,3 Prozent an dem Unternehmen.
Der Schritt passt zur Strategie des Konzerns, sein Geschäft über die reine Zellfertigung hinaus zu erweitern und Infrastruktur für den Batterietausch bei Nutzfahrzeugen aufzubauen. CATL hatte zudem seinen Hauptgeschäftssitz in Hongkong ins Wheelock House an der Pedder Street in Central verlegt, um die Anbindung an Kapitalmärkte und Aufsichtsbehörden zu stärken.
Kurs unter Druck, Marktanteil bleibt dominant
Die Aktie reagiert auf das unruhige Marktumfeld deutlich: Am heutigen Handelstag verliert das Papier 2,9 Prozent und notiert bei 376,73 Yuan, nachdem es bereits am Montag bei 387,89 Yuan geschlossen hatte.
Auf Wochensicht steht ein Minus von 4,9 Prozent zu Buche, über 30 Tage summiert sich der Rückgang auf 5,8 Prozent. Damit hat sich der Kurs rund 20 Prozent von seinem Jahreshoch aus dem Mai entfernt und liegt auch unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 386,20 Yuan.
Operativ bleibt CATL jedoch unangefochten Marktführer: Im Juli hielt der Konzern laut Medienberichten einen Anteil von 42,33 Prozent bei den Installationen von Antriebsbatterien in China, weit vor BYD mit 19,23 Prozent.
Diese Marktdominanz dürfte Anlegern helfen, kurzfristige Rohstoff- und Kursturbulenzen einzuordnen – zumal die Belastungsfaktoren, allen voran die Jianxiawo-Spekulation und die ab September greifende neue Verbrauchsteuer auf Lithium-Ionen-Batterien in China, eher makroökonomischer als operativer Natur sind.
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