CATL Aktie: 4,1 Milliarden Yuan für KI-Infrastruktur

CATL expandiert mit KI-Rechenzentren und E-Lkw-Partnerschaften. Der Konzern meldet zudem CO2-Neutralität im Kerngeschäft und sichert sich Rohstoffzugänge.

Die Kernpunkte:
  • KI-Ökosystem mit VNET geplant
  • 49% an Zhongheng Technology übernommen
  • Fünfjährige Kooperation mit Dongfeng Liuzhou
  • CO2-Neutralität im Kerngeschäft erreicht

Der chinesische Batteriekonzern Contemporary Amperex Technology Co., Limited (CATL) treibt seine Transformation zum breit aufgestellten Energie- und Infrastrukturdienstleister massiv voran.

Durch neue Kooperationen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) und strategische Partnerschaften im Logistiksektor versucht der Weltmarktführer, über das klassische Pkw-Geschäft hinaus neue Wachstumsmärkte zu erschließen. Im Zentrum der aktuellen Strategie steht dabei die Verknüpfung von massiver Rechenleistung mit nachhaltigen Energielösungen.

Strategische Allianz für die digitale Infrastruktur

Ein zentraler Baustein dieser Neuausrichtung ist die gestern bekannt gegebene strategische Zusammenarbeit mit der VNET Group. Beide Unternehmen planen den Aufbau eines sogenannten „Compute-Energy“-Ökosystems.

Dieses Vorhaben umfasst die Entwicklung von Rechenzentren im Gigawatt-Maßstab sowie den Aufbau verteilter Netzwerke. Teil der Kooperation ist zudem ein System für emissionsfreie Token, das die Nachhaltigkeit der energieintensiven IT-Infrastruktur sicherstellen soll.

Diese Partnerschaft folgt auf eine Serie von Investitionen, mit denen sich CATL in der Lieferkette für KI-Rechenzentren positioniert. Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass der Konzern für rund 4,1 Milliarden Yuan einen Anteil von 49 Prozent an Hangzhou Zhongheng Technology Investment übernommen hat. Es handelt sich dabei bereits um die dritte große Investition in die KI-Infrastruktur innerhalb der letzten fünf Monate.

Analysten werten diesen Schritt als Reaktion auf den weltweit steigenden Energiebedarf durch KI-Anwendungen, für den CATL spezialisierte Speicherlösungen und Energiemanagement-Systeme anbieten will.

Neue Impulse im Markt für Elektro-Lkw

Parallel zum Ausbau des Infrastrukturgeschäfts festigt CATL seine Position im Bereich der schweren Nutzfahrzeuge. Am gestrigen Dienstag unterzeichnete das Unternehmen eine auf fünf Jahre ausgelegte strategische Kooperationsvereinbarung mit Dongfeng Liuzhou Motor.

Die Zusammenarbeit erstreckt sich über die Entwicklung von Batteriestandards für verschiedene Fahrzeugtypen, von Zugmaschinen über Kipper bis hin zu Wasserstoff-Brennstoffzellenfahrzeugen.

Ein wesentlicher Aspekt dieses Abkommens ist die Einführung eines sogenannten „Batterie-Pool-Modells“. Dieses System zielt darauf ab, die hohen Anschaffungskosten für elektrische Nutzfahrzeuge durch ein Miet- oder Tauschmodell für Batterien signifikant zu senken. Damit adressiert CATL eine der größten Hürden für die Elektrifizierung der Logistikbranche.

Ergänzend zu diesen Kooperationen baut das Unternehmen seine Produktionsbasis für Vorprodukte aus: Eine geplante Kapitalerhöhung um 2,56 Milliarden Yuan soll die Beteiligung am Materialspezialisten Jiangxi Shenghua auf 51 Prozent steigern, womit sich CATL den Zugriff auf Kapazitäten für Lithium-Eisenphosphat-Batterien von jährlich über 300.000 Tonnen sichert.

Meilenstein bei der Dekarbonisierung erreicht

Flankiert werden die operativen Fortschritte von Erfolgen in der Nachhaltigkeitsstrategie. Wie das Unternehmen gestern mitteilte, hat CATL das Ziel der CO2-Neutralität im Kerngeschäft bereits Ende 2025 erreicht. Inzwischen sind 20 Batteriewerke entsprechend zertifiziert. Bis zum Jahr 2035 soll die gesamte Wertschöpfungskette klimaneutral gestaltet werden.

Um dies zu erreichen, verpflichtet der Konzern seine Zulieferer bereits ab dem kommenden Jahr zur Offenlegung ihres CO2-Fußabdrucks. Seit 2023 hat CATL nach eigenen Angaben rund 18 Milliarden Kilowattstunden Ökostrom genutzt und die Energieintensität in der Produktion im Vergleich zu 2022 um 28 Prozent gesenkt.

An der Börse reagierte die Aktie am heutigen Mittwoch mit einer moderaten Korrektur auf die jüngsten Meldungen und notiert bei 391,41 CNY, was einem Rückgang von 1,2 Prozent entspricht. Trotz der aktuellen Kursschwäche weist der Titel seit Jahresbeginn eine positive Performance von 6,6 Prozent auf.

Anleger bewerten derzeit die Kosten der massiven Expansionsschritte gegenüber den langfristigen Ertragspotenzialen in den neuen Geschäftsfeldern. Ob die Diversifizierung die Abhängigkeit vom zyklischen Automobilmarkt dauerhaft verringern kann, bleibt ein zentrales Thema für die kommenden Quartale.

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