CATL Aktie: Absichtserklärung mit DHL Group

CATL erweitert sein Geschäft in Europa und China, während Kursverluste, Rückzug wichtiger Kunden und Steuerpläne die Aktie belasten.

Die Kernpunkte:
  • Tectrans II verspricht 1.000 Kilometer
  • Beteiligung an Geely-nahem Hersteller bestätigt
  • Aktienrückkauf stützt Kurs bislang nicht
  • Li Auto und Xiaomi wechseln Lieferanten

CATL setzt seine internationale Expansion fort, doch an der Börse dominiert derzeit ein anderes Bild: fallende Kurse und nervöse Anleger. Am Montag stellte der Batteriehersteller auf der IAA Transportation in Hannover seine neue Nutzfahrzeug-Batterielösung Tectrans II vor.

Die Version für Schwerlastwagen soll in der leistungsstärksten Konfiguration eine Reichweite von bis zu 1.000 Kilometern ermöglichen. Zusätzlich unterzeichnete CATL eine Absichtserklärung mit dem DHL Group, um gemeinsam grüne Frachtkorridore in Europa zu entwickeln und mit Automobilherstellern an speziell konstruierten Elektrofahrzeugen zu arbeiten.

Beteiligung an Geely-nahem Batteriehersteller genehmigt

Einen Tag zuvor, am Dienstag, wurde bekannt, dass CATL eine bislang nicht offengelegte Beteiligung an der Chongqing Yaoning New Energy Technology Co. hält. Das Unternehmen, das von Geely Automobile Holdings unterstützt wird, baut derzeit ein Batteriewerk auf. Chinas Staatliche Verwaltung für Marktregulierung hat die Transaktion bestätigt.

Diese strategischen Schritte zeigen, dass CATL seine Marktposition sowohl in Europa als auch in China aktiv ausbaut. An der Börse überschattet jedoch die Sorge um das dritte Quartal diese Nachrichten deutlich. Laut Bloomberg erlitt die Aktie am Mittwoch den stärksten Zwei-Tages-Rückgang seit über einem Jahr.

Anleger bewerteten dabei Gerüchte über mögliche Produktionskürzungen im September sowie einen möglichen Rückgang des Quartalsgewinns pro Einheit. Hinzu kommen Sorgen über zunehmenden Wettbewerb, da Automobilhersteller ihre Lieferantenbasis diversifizieren.

Aktienrückkauf trifft auf technisch überverkauften Markt

Am 11. September kaufte CATL erstmals eigene A-Aktien über die Börse Shenzhen zurück – insgesamt 604.293 Stück, was 0,0131 Prozent des aktuellen Grundkapitals entspricht. Die Transaktionspreise lagen zwischen 330,15 und 331,61 Yuan je Aktie, der Gesamtbetrag belief sich auf rund 200 Millionen Yuan ohne Transaktionsgebühren.

Der Rückkauf konnte den Abwärtstrend bislang nicht stoppen. Die Aktie notiert aktuell bei 301,41 CNY und liegt damit nur noch 0,8 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief von 299,00 CNY.

Gegenüber dem 50-Tage-Durchschnitt von 370,34 CNY beträgt der Abstand 19 Prozent, ein Zeichen für den anhaltenden Verkaufsdruck der vergangenen Wochen. Der Relative-Stärke-Index von 21,1 signalisiert eine technisch stark überverkaufte Situation.

Kundenabwanderung als strukturelle Belastung

Neben den kurzfristigen Kursbewegungen belastet ein strukturelles Thema die Aktie: Mehrere chinesische Automobilhersteller reduzieren ihre Abhängigkeit von CATL. Li Auto kündigte an, künftig verstärkt selbst entwickelte Batterien einzusetzen – das neue Modell Li Mega wechselt von CATL-Zellen auf Eigenentwicklungen, während das für 2026 geplante Elektro-SUV Li i6 Batterien von CALB erhält.

Auch Xiaomi hat seinen Lieferantenkreis auf vier Unternehmen erweitert; bei der neuen Sky-Nomad-Reihe fehlt CATL als Lieferant, stattdessen kommen Sunwoda und CALB zum Zug.

Verschärft wird dieser Trend durch eine seit 1. September geltende Verbrauchssteuer auf Lithium-Batterien in China. Der Steuersatz von aktuell 2 Prozent soll ab September 2027 auf 4 Prozent steigen. Automobilhersteller, die eigene Batterien produzieren und direkt verbauen, können diese Steuer vermeiden oder absetzen – ein zusätzlicher Anreiz für die Inhouse-Fertigung, der CATLs Marktposition als externer Zulieferer weiter unter Druck setzt.

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