CATL Aktie: Jianxiawo-Mine stellt Betrieb ein
CATL plant 1.300 GWh Produktion für 2026, kämpft jedoch mit einer gestoppten Lithiummine und warnt vor steigenden Qualitätsrisiken.

- Produktionsziel für 2026 um 30 Prozent angehoben
- Robin Zeng warnt vor Batteriefehlern
- Lithiummine Jianxiawo stellt Förderung ein
- Neue Speicherkooperationen in Brasilien geplant
Der weltweit führende Batteriehersteller CATL hat seine Produktionsziele für das laufende Jahr deutlich nach oben geschraubt, während Firmenchef Robin Zeng gleichzeitig vor zunehmenden Qualitätsrisiken in der Branche warnt.
Das Unternehmen korrigierte seine Prognose für 2026 Medienberichten zufolge um 30 Prozent auf nun 1.300 Gigawattstunden (GWh). Diese ehrgeizigen Ausbaupläne stehen jedoch im Kontrast zu operativen Rückschlägen bei der Rohstoffversorgung und einer kritischen Auseinandersetzung mit dem rasanten Entwicklungstempo der Elektromobilität in China.
Qualitätsprobleme durch zu kurze Entwicklungszyklen
Auf der World Power Battery Conference am Donnerstag äußerte sich CATL-Chairman Robin Zeng besorgt über die aktuelle Marktdynamik. In China wurden im Jahr 2026 bereits über 600 neue Fahrzeugmodelle auf den Markt gebracht – rechnerisch etwa drei Premieren pro Tag.
Laut Zeng führe dieser extreme Wettbewerbsdruck zu verkürzten Validierungszyklen und einem komprimierten Entwicklungsprozess, was wiederum die Anfälligkeit für Batteriefehler bei ganzen Fahrzeugserien erhöhe.
Um diesen Risiken entgegenzuwirken, verfolgt CATL laut Medienberichten ein internes Fertigungsziel von einem Defekt pro einer Milliarde Zellen (1 PPB). Diese Quote läge um das Tausendfache unter dem derzeitigen Branchenstandard.
Zeng unterstrich damit die Notwendigkeit, trotz des hohen Tempos die Sicherheit und Langlebigkeit der Energiespeicher nicht zu gefährden, um das Vertrauen der Verbraucher langfristig zu sichern. Es handelt sich bei dem Zielwert jedoch um eine interne technische Vorgabe und nicht um eine unabhängig geprüfte Ausfallrate im Realbetrieb.
Rückschlag bei der Lithiumförderung in China
Parallel zu den Wachstumsambitionen muss das Unternehmen einen Dämpfer bei der eigenen Rohstoffbasis hinnehmen. Die Jianxiawo-Lithiummine, gemessen an der Kapazität Chinas größtes Vorkommen, musste ihren Betrieb einstellen.
Grund dafür ist der Widerruf einer Umweltverträglichkeitsprüfung durch die Regulierungsbehörden. Nachdem der Betrieb im Juli kurzzeitig trotz ungeklärter Streitigkeiten um ein Absetzbecken wiederaufgenommen worden war, stoppten die Behörden die Förderung in der ersten Augustwoche endgültig.
Die Auswirkungen auf das Angebot sind erheblich: Die Prognose für die Lithiumcarbonat-Produktion aus dieser Mine für 2026 wurde von ursprünglich 62.500 Tonnen auf 32.000 Tonnen fast halbiert. Ein langwieriger Prozess zur Neugenehmigung der Umweltauflagen könnte sich bis in das vierte Quartal oder sogar bis ins Jahr 2027 hinziehen.
Dennoch bleibt die Wachstumsdynamik bei den Kernprodukten hoch. Im September sollen die ersten Lieferungen von Natrium-Ionen-Energiespeichersystemen an Kunden in China erfolgen. Bis zum Jahresende erwartet das Unternehmen kumulierte Auslieferungen von 1 GWh in diesem Segment.
Internationale Kooperationen und Marktlage
Trotz der Herausforderungen im Heimatmarkt treibt CATL die globale Expansion voran. Am 24. August unterzeichnete der Konzern eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit mit dem deutschen Automobilzulieferer Schaeffler. Zudem wurde eine Partnerschaft mit dem brasilianischen Batteriehersteller Moura vereinbart.
Ziel ist die Belieferung der ersten nationalen Auktionsrunde für Energiespeicherkapazitäten in Brasilien, wobei die Kooperation die Erfüllung lokaler Anforderungen unterstützen soll. Bereits am 25. August präsentierte das Unternehmen zudem seine Speicherlösungen auf einer Fachmesse in Südamerika.
An der Börse spiegeln sich die gemischten Nachrichten in einer verhaltenen Kursentwicklung wider. Die Aktie beendete den Handel am Freitag bei 351,00 CNY. Damit liegt das Papier seit Jahresbeginn mit 4,4 Prozent im Minus. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 468,75 CNY beträgt derzeit rund 25 Prozent.
Die starken Halbjahreszahlen vom 24. Juli, die einen Nettogewinn von 43,28 Milliarden Yuan und ein Wachstum von knapp 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr auswiesen, konnten den jüngsten Abwärtstrend bisher nicht nachhaltig brechen.
Auch der weltweit größte Auftrag für Natrium-Ionen-Batterien über 60 GWh, den CATL im April mit HyperStrong vereinbart hatte, untermauert zwar die Marktstellung, wird aber durch die aktuellen Rohstoff- und Qualitätsdiskussionen überschattet.
CATL-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue CATL-Analyse vom 6. September liefert die Antwort:
Die neusten CATL-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für CATL-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 6. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
CATL: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




