CATL Aktie: Jianxiawo-Stilllegung verknnappt Lithium um 65.000 Tonnen
CATL legt Lithiummine still, was Preise steigen lässt. Parallel startet die zweite Phase des Supernode-Projekts und ein Feststoff-Akku-Patent wird angemeldet.

- Stilllegung der Jianxiawo-Mine
- Lithium-Futures steigen um 11%
- Supernode Phase 2 in Betrieb
- Patent für Feststoff-Batterie
Der chinesische Batteriegigant CATL sorgt derzeit für erhebliche Bewegung am Rohstoffmarkt. Durch die Stilllegung der Jianxiawo-Lithiummine in der Provinz Jiangxi droht eine deutliche Verknappung des weltweiten Lithiumangebots. Gleichzeitig treibt das Unternehmen seine internationale Expansion im Bereich der Energiespeicherung voran und meldet technologische Fortschritte bei der nächsten Generation von Batteriezellen.
Verknappung treibt Lithium-Futures nach oben
Die Unterbrechung des Betriebs in der Jianxiawo-Mine hat unmittelbare Auswirkungen auf die Preisgestaltung von Batterierohstoffen. Laut Fastmarkets verfügt der Standort über eine jährliche Kapazität von rund 65.000 Tonnen Lithium-Carbonat-Äquivalent (LCE). Dies entspricht etwa 7 Prozent der monatlichen chinesischen Produktion. Marktbeobachtern von SMM zufolge könnten die Stilllegungen in der Region Jiangxi, in der acht Minen rund 75 Prozent des Lepidolith-Angebots kontrollieren, zu einem monatlichen Ausfall von bis zu 10.000 Tonnen LCE führen.
Sollten die Suspensionen auf alle dortigen Betriebe ausgeweitet werden, stünde ein Fünftel der nationalen Produktion zur Disposition. An der Terminbörse GFEX reagierten die Kurse prompt: Die September-Kontrakte für Lithium-Carbonat eröffneten heute mit einem Plus von 11 Prozent bei 80.560 Yuan pro Tonne.
Die CATL-Aktie beendete den Handel am Freitag bei 393,93 CNY. Das Papier notiert damit aktuell etwa 16 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von Mai dieses Jahres.
Meilenstein für australisches Großprojekt Supernode
Abseits der Rohstoffversorgung verzeichnet CATL Fortschritte bei einem der weltweit größten Batteriespeicherprojekte. Gemeinsam mit dem Partner Quinbrook wurde gestern bekannt gegeben, dass die zweite Phase des australischen „Supernode“-Projekts in den kommerziellen Betrieb gegangen ist. Parallel dazu wurde die Finanzierung für die dritte Phase in Höhe von 469 Millionen Australischen Dollar gesichert.
Das Gesamtsystem in Brisbane soll eine Kapazität von 780 Megawatt beziehungsweise 3.074 Megawattstunden erreichen. CATL liefert hierfür moderne Speichersysteme der Typen EnerC Plus und TENER S. Durch den Einsatz der speziellen CATL-Zellen konnte der Flächenbedarf der Anlage um 20 Prozent reduziert werden.
Der Betreiber prüft bereits eine Erweiterung auf über 5 Gigawattstunden. Im Vergleich zum 52-Wochen-Tief im August des vergangenen Jahres hat sich der Aktienkurs von CATL bereits wieder um 45 Prozent erholt.
Patent für Feststoff-Akkus und globaler Service-Ausbau
Auch technologisch setzt das Unternehmen neue Akzente. Heute wurde ein Patent für eine sulfidebasierte Feststoff-Batterie veröffentlicht, die eine Energiedichte von 500 Wattstunden pro Kilogramm erreichen soll. CATL plant den Start einer Pilotproduktion für diese Technologie im Jahr 2027. Damit reagiert der Marktführer auf den steigenden Bedarf an leistungsfähigeren Speichern für die Elektromobilität.
Ergänzend dazu rollt der Konzern in der zweiten Jahreshälfte 2026 ein globales Reparaturkonzept auf Zellebene aus. In 100 Städten weltweit sollen spezialisierte Zentren entstehen, unter anderem in Istanbul und Norwegen. Ziel ist es, die Reparaturkosten für Batteriepäckchen drastisch zu senken.
Nach Unternehmensangaben könnten sich die Kosten durch den Austausch einzelner Zellen von bislang 100.000 auf etwa 10.000 RMB reduzieren. Mit einem Marktanteil von 43,2 Prozent im chinesischen Markt festigt CATL damit seine Position über die reine Produktion hinaus.
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