CATL Aktie: Li Auto stellt auf Eigenentwicklung um

Li Auto ersetzt CATL-Batterien schrittweise durch eigene Lösungen, während CATL mit Gewinnplus, Rückkauf und neuen Technologien gegensteuert.

Die Kernpunkte:
  • Li Auto wechselt zu eigenen Batterien
  • Sunwoda erhält 2,65 Milliarden Yuan
  • CATL meldet 41,98 Prozent Gewinnplus
  • Aktienrückkauf bis 40 Milliarden Yuan

Der weltweit führende Batterienhersteller CATL sieht sich mit einer strategischen Herausforderung bei einem seiner wichtigsten Abnehmer konfrontiert. Li Auto, das im April noch als viertgrößter Kunde des Konzerns geführt wurde, hat den schrittweisen Abschied von CATL-Batterien für seine gesamte Fahrzeugpalette eingeleitet.

Die Aktie von CATL reagierte am heutigen Mittwoch mit einem Kursrückgang von 1,7 Prozent auf 329,96 CNY und vergrößerte damit das Minus seit Jahresbeginn auf 10 Prozent.

Strategische Neuausrichtung bei einem Kernabnehmer

Medienberichten zufolge stellt Li Auto seine Modellreihen seit dem vergangenen Montag konsequent auf eigene Antriebslösungen um. Betroffen sind davon insbesondere die Modelle Li Mega, Li i9 sowie die für das kommende Jahr geplanten Li i6-Varianten.

Diese Fahrzeuge sollen künftig mit proprietären 5C-Ternary-Lithium-Zellen ausgestattet werden. Für das Modell Li Mega bedeutet dies konkret, dass Bestellungen, die nach dem Montagnachmittag eingegangen sind, bereits mit den hauseigenen Batterien statt der bisherigen CATL-Technologie bestückt werden.

Flankiert wird dieser Schritt durch eine massive Investition von Li Auto in den Wettbewerber Sunwoda EVB. Für rund 2,65 Milliarden Yuan (etwa 389,7 Millionen US-Dollar) erwarb der Autobauer einen Anteil von 8,79 Prozent an dem Unternehmen und stieg damit zum zweitgrößten Anteilseigner auf.

Diese Kooperation zielt darauf ab, das „In-house“-Batteriemodell zu festigen, bei dem Li Auto die Spezifikationen und die Forschung leitet, während Sunwoda als Fertigungspartner agiert. Die Auslieferungen der ersten Fahrzeuge mit dieser neuen Konfiguration werden für November erwartet.

Qualitätsoffensive gegen die Schwemme neuer Elektro-Modelle

Als Reaktion auf die zunehmende Marktdynamik und den Wettbewerbsdruck hat CATL-Chef Zeng Yuqun eine weitreichende Qualitätsinitiative gestartet. Auf der World Power Battery Conference in Yibin am vergangenen Freitag betonte er die Notwendigkeit extremer Präzision in der Fertigung.

CATL strebt intern eine Fehlerquote von lediglich einem Defekt auf eine Milliarde Zellen (1 PPB) an. Damit will das Unternehmen systemische Ausfälle in Elektrofahrzeugen minimieren.

Hintergrund dieser Ambitionen ist die enorme Geschwindigkeit des chinesischen Marktes: Laut Zeng wurden allein im laufenden Jahr in China bereits mehr als 600 neue Fahrzeugmodelle vorgestellt, was einer Frequenz von etwa drei Premieren pro Tag entspricht. Mit der Kampagne „Ningde Quality“ versucht der Konzern, seine technologische Führungsposition über reine Leistungsdaten hinaus durch Zuverlässigkeitsversprechen abzusichern.

Finanzkraft und technologische Diversifizierung

Trotz des Verlusts von Marktanteilen bei einzelnen Großkunden präsentierte CATL für das erste Halbjahr 2026 robuste Geschäftszahlen. Der dem Unternehmen zuzurechnende Nettogewinn stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 41,98 Prozent auf 43,28 Milliarden Yuan.

Der Umsatz kletterte zeitgleich um 54,80 Prozent auf 276,92 Milliarden Yuan. Besonders das Geschäft mit Energiespeichern erwies sich mit einem Umsatz von 53,26 Milliarden Yuan als wichtige zweite Säule neben der klassischen Antriebsbatterie.

Um das Vertrauen der Anleger zu stärken, hat CATL zudem ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu 40 Milliarden Yuan aufgelegt. Technologisch setzt das Unternehmen verstärkt auf Diversifizierung: Neben den etablierten Qilin- und Shenxing-Plattformen, die teils Reichweiten von über 1.000 Kilometern und extrem kurze Ladezeiten ermöglichen, treibt der Konzern die Markteinführung von Natrium-Ionen-Batterien voran.

Mit dem System „TENER“ wurden bereits erste Lieferverträge für den europäischen Markt unterzeichnet, wobei großvolumige Auslieferungen ab dem kommenden Jahr geplant sind. Das Papier notiert derzeit rund 6,8 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief.

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