CATL Aktie: Lieferanten-Angst?
Anleger sorgen sich um Lieferantenwechsel und Steuerregeln, während Huatai Securities auf die Nachfrage nach Elektroautos und Speichern verweist.

- Autobauer könnten Lieferanten breiter aufstellen
- Steueränderungen schüren Bedenken zum Wachstum
- Huatai verweist auf Auslandsnachfrage
- CLSA senkte das Hongkong-Kursziel
Bei CATL richten Anleger den Blick auf mögliche Wachstumsbremsen: eine breitere Lieferantenauswahl der Autobauer sowie Veränderungen bei Verbrauchsteuern und Exportsteuererstattungen. Medienberichten vom Mittwoch zufolge belasteten diese Sorgen die Aktie.
Huatai Securities hielt die Risiken dagegen für überzeichnet und verwies auf die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und Energiespeichern außerhalb Chinas. Die Debatte betrifft damit vor allem die Frage, wie belastbar CATLs weitere Expansion ist.
Unterschiedliche Einschätzungen zum Wachstum
Die am Mittwoch genannten Bedenken setzen an mehreren Stellen an. Eine stärkere Diversifizierung der Lieferanten durch die Autobauer könnte CATLs Wachstum beeinträchtigen. Hinzu kommen Befürchtungen zur Erhebung von Verbrauchsteuern und zu geringeren Exportsteuererstattungen. Dass daraus bereits konkrete Geschäftseinbußen entstanden sind, lässt sich aus diesen Sorgen nicht ableiten.
Huatai Securities stellte diesen Risiken am Mittwoch die Nachfrage aus dem Ausland gegenüber. Das Analysehaus verwies dabei sowohl auf Elektrofahrzeuge als auch auf Energiespeicher. Seine Einschätzung bildet damit einen Gegenpol zur vorsichtigen Haltung der Anleger.
CLSA hatte bereits am 9. Oktober das Kursziel für die in Hongkong notierten CATL-Aktien von HK$770 auf HK$670 gesenkt. Die Zielmarke betrifft diese Aktiennotierung und ist nicht unmittelbar mit dem in CNY geführten Kurs vergleichbar.
Lithiummarkt liefert zusätzlichen Gegenwind
Auch das Umfeld für Lithium war angespannt. Reuters berichtete am 12. Oktober über deutlich gefallene chinesische Lithiumcarbonat-Futures. Dahinter standen Nachfragesorgen im Zusammenhang mit einem erwarteten Handelsabkommen zwischen China und der EU. Dieses könnte chinesische Fahrzeugexporte nach Europa bremsen.
Reuters nannte außerdem Spekulationen über einen möglichen Neustart von CATLs Mine Jianxiawo als Belastung für die Stimmung. Ein solcher Neustart war damit nicht bestätigt. Die Entwicklung liefert einen zusätzlichen Hintergrund für die Schwäche der Aktie, erklärt sie aber nicht allein.
Projekte setzen einen operativen Gegenpunkt
Den Wachstumsbedenken stehen konkrete Unternehmensaktivitäten gegenüber. CATL teilte am 12. Oktober mit, an allen drei Pilotwellen der Global Battery Alliance für Batteriepässe teilgenommen zu haben. Dabei wurde ein Batterieprodukt hinsichtlich der Abdeckung von ESG-Daten entlang der Wertschöpfungskette bewertet.
Die Nachricht betrifft die Nachverfolgbarkeit von Nachhaltigkeitsinformationen. Sie ist jedoch keine Aussage über zusätzliche Aufträge oder künftige Umsätze.
Am Mittwoch meldete CATL zudem den Abschluss der Registrierung eines privaten Fonds am Dienstag. Die vollständig kontrollierte Tochter Ningbo Wending ist daran mit einem gezeichneten Anteil von 19,4175% beteiligt.
Für Anleger stehen somit unterschiedliche Signale nebeneinander: CATL verfolgt weitere Projekte, während am Markt Zweifel an den Wachstumsbedingungen überwiegen. Der Schlusskurs vom Freitag von 277,00 CNY bildet diese vorsichtige Börsenstimmung ab, belegt aber keine bereits eingetretene Verschlechterung des Geschäfts.
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