CATL Aktie: Margen schrumpfen auf 24,0 Prozent
CATL erzielt Rekordgewinn, doch sinkende Margen in beiden Hauptsegmenten und nachlassendes Wachstum belasten die Aktie.

- Gewinnsprung von 42 Prozent im ersten Halbjahr
- Bruttomargen in beiden Segmenten gesunken
- Speichergeschäft gleicht EV-Schwäche aus
- Internationale Expansion als strategischer Schwerpunkt
Ein Gewinnsprung von 42 Prozent klingt nach einer Erfolgsgeschichte. Bei CATL, dem weltgrößten Batteriehersteller, steckt hinter dieser Zahl aber eine Entwicklung, die Anleger nachdenklich macht: Das Wachstum verlangsamt sich von Quartal zu Quartal, und die Margen schrumpfen in beiden Kerngeschäften gleichzeitig. Die Aktie schloss am Freitag bei 383,01 Yuan, ein Minus von 0,77 Prozent – trotz Rekordgewinn im ersten Halbjahr.
Das zweite Quartal bremst ab
Auf den ersten Blick wirken die Halbjahreszahlen stark. Der Blick ins zweite Quartal zeigt aber eine andere Dynamik.
Der Nettogewinn stieg zwischen April und Juni um 36,5 Prozent auf 22,5 Milliarden Yuan. Das übertraf zwar die Analystenerwartung von 29,7 Prozent Wachstum, war aber das schwächste Quartalswachstum seit über einem Jahr. Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal um 56,9 Prozent auf 147,8 Milliarden Yuan – nach einem Plus von 52,5 Prozent im ersten Quartal.
Das Tempo lässt also nach, obwohl CATL den Markt weiter dominiert. Das robuste Wachstum im Speichergeschäft fängt die schwächere Nachfrage bei Elektroauto-Batterien auf. CATL setzt zunehmend auf Energiespeicher als Wachstumstreiber, weil der EV-Markt reift und der Wettbewerb unter Batterieherstellern härter wird.
Margen schrumpfen in beiden Segmenten
Der aufschlussreichste Indikator für Investoren liegt in den Bruttomargen. Sie fielen in beiden Kernsegmenten des Konzerns. Bei Energiespeicher-Batterien sank die Bruttomarge im ersten Halbjahr von 25,5 auf 24,0 Prozent, bei EV-Batterien – dem nach wie vor größten Geschäftsbereich – ging sie um 1,8 Prozentpunkte auf 20,6 Prozent zurück.
Auch im Heimatmarkt bröckelt die Dominanz an den Rändern. CATL blieb im Juni zwar Chinas größter Batteriehersteller, verlor aber 3,43 Prozentpunkte Marktanteil gegenüber Mai. Der Abstand zur Konkurrenz bleibt trotzdem groß.
Global sieht das Bild anders aus. Als Zulieferer für Tesla, BMW und Volkswagen hielt CATL zwischen Januar und Mai einen Weltmarktanteil von 40,2 Prozent bei EV-Batterien, wie SNE Research ermittelte.
Speichergeschäft gleicht EV-Schwäche aus
Der Lichtblick im Portfolio bleibt der Speicherbereich. Er kompensiert zunehmend das schwächere Wachstum im klassischen EV-Batteriegeschäft. CATL hat seine Expansion bei Energiespeichern beschleunigt, um die steigende Nachfrage von Stromnetzen und erneuerbaren Energieprojekten zu bedienen. Die Auslieferungen von Lithium-Ionen-Speicherbatterien haben sich im ersten Quartal nahezu verdoppelt, der globale Marktanteil kletterte von 26,9 auf 29,9 Prozent.
Diese Verschiebung zeigt sich bereits im Umsatzmix. Während EV-Batterien den Großteil des Umsatzes ausmachen, aber langsamer wachsen, trieb die steigende ESS-Nachfrage das Wachstum an. Der Speicheranteil am Halbjahresumsatz stieg von 16 auf 19 Prozent.
Expansion ins Ausland als Antwort
CATL treibt die internationale Expansion voran, um sich vom reifenden heimischen EV-Markt unabhängiger zu machen. Neben Batteriewerken in Deutschland und Ungarn sammelte der Konzern im Mai über ein Hongkonger Listing fünf Milliarden Dollar ein – das Geld fließt größtenteils in die Auslandsexpansion.
Der Konzern hat zudem Gegenwind im heimischen Markt eingeräumt. CATL diversifiziert sein Geschäft seit Monaten verstärkt, nachdem der EV-Sektor Rückschläge hinnehmen musste: Die Elektroauto-Verkäufe boomen in Europa und anderen Märkten, während die Nachfrage in China nach der Kürzung staatlicher Subventionen nachgelassen hat.
Die Aktie notiert derzeit rund 18 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 468,75 Yuan und bewegt sich nahe am 200-Tage-Durchschnitt von 385,74 Yuan. Der Kurs scheint die gemischte Ergebnisqualität zu verarbeiten, statt auf die reine Gewinnzahl zu reagieren. Ob das Speichergeschäft die Schwäche im klassischen EV-Batteriebereich über den Rest des Jahres 2026 hinweg ausgleichen kann, dürfte die Kursentwicklung in den kommenden Quartalen maßgeblich bestimmen.
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