CATL Aktie: Ronbay-Projekt über 4,7 Milliarden Yuan

CATL treibt Natrium-Ionen-Batterien zur Serienreife und erweitert Kapazitäten, während Feststoffzellen erst ab 2030 realistisch erscheinen. Der Aktienkurs zeigt sich stabil.

Die Kernpunkte:
  • Natrium-Ionen-Batterien: Produktionsstart im September
  • Milliardeninvestition in Kathodenmaterial-Werk
  • Ausbau der Batteriewechselstationen auf 3.000
  • Feststoffbatterien: Massenproduktion erst ab 2030

Der weltweit führende Batteriehersteller CATL setzt im Wettbewerb um die nächste Generation von Energiespeichern auf eine zweigleisige Strategie. Während das Unternehmen bei der vielbeachteten Feststoffbatterie vor überzogenen Erwartungen warnt, erreicht die Industrialisierung der Natrium-Ionen-Technologie die nächste Phase. Im heutigen Handel gab das Papier um 1,64 Prozent nach und notiert bei 395,30 CNY. Trotz des leichten Rücksetzers behauptet sich der Kurs mit einem Abstand von 2,45 Prozent weiterhin über seinem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt von 385,86 CNY.

Meilenstein in der Natrium-Technologie

Ein zentraler Pfeiler für die kommenden Jahre ist der Ausbau der Kapazitäten für Natrium-Ionen-Batterien. Medienberichten zufolge hat der Partner Ronbay Technology am 30. Juli mit dem Bau eines integrierten Projekts für Kathodenmaterialien in Xiantao begonnen. Das Gesamtvorhaben ist auf eine Jahreskapazität von 300.000 Tonnen ausgelegt und umfasst eine Investition von rund 4,723 Milliarden Yuan. CATL fungiert hierbei als strategischer Hauptabnehmer: Das Unternehmen hat sich verpflichtet, bis Ende 2029 mindestens 60 Prozent seines jährlichen Bedarfs an Natrium-Ionen-Kathoden über Ronbay zu decken.

Diese Kooperation unterlegt den ehrgeizigen Zeitplan für den Markteintritt. CATL plant, bereits im September dieses Jahres erste Lieferungen von Natrium-Ionen-Batterien zu starten. Bis zum Jahresende soll die Produktion den Gigawattstunden-Maßstab (GWh) erreichen, bevor ab Juni 2027 die weltweite Belieferung anlaufen soll. Diese Technologie gilt aufgrund des Verzichts auf teures Lithium als potenzieller Kostentreiber für günstigere Elektrofahrzeuge und stationäre Stromspeicher.

Kapazitätsausbau in Yibin und Ausbau des Ladenetzes

Parallel zum technologischen Fortschritt erweitert CATL seine industrielle Basis. In Yibin, in der Provinz Sichuan, betreibt eine Tochtergesellschaft des Konzerns die weltweit erste Null-Kohlenstoff-Batteriefabrik. Laut China Daily soll die dortige Produktionskapazität bereits im dritten Quartal 2026 die Marke von 300 Gigawattstunden überschreiten. Die Stadt Yibin verfolgt das Ziel, bis zum Jahr 2030 einen jährlichen Output im Wert von 300 Milliarden Yuan zu erreichen, wobei CATL als technologischer Ankerpunkt fungiert.

Auch die Infrastruktur für den Batteriewechsel wächst stetig. Mit dem System „Choco Swap“ betrieb CATL zum Ende des ersten Halbjahres bereits 2.000 Stationen. Allein in den ersten sechs Monaten des Jahres wurden 980 neue Standorte in Betrieb genommen. Bis zum Jahresende strebt das Unternehmen eine Gesamtzahl von 3.000 Stationen an. Damit positioniert sich CATL als ernsthafter Konkurrent zum Automobilhersteller Nio, der im selben Segment ebenfalls massiv investiert und derzeit knapp unter der Marke von 4.000 Stationen liegt.

Feststoffbatterien: Zwischen Hype und Realitätscheck

Während einige Automobilhersteller wie Chery oder GAC bereits für 2026 die Serienreife von All-Solid-State-Batterien ankündigen, gibt sich CATL deutlich zurückhaltender. Experten des Fachmediums Gasgoo weisen darauf hin, dass CATL die eigene Technologiereife derzeit auf Stufe 4 von 9 einordnet. Eine echte Massenproduktion sei daher erst gegen Ende des Jahrzehnts, voraussichtlich ab 2030, realistisch. Experten wie Ouyang Minggao von der Chinesischen Akademie der Ingenieurwissenschaften warnen zudem vor verfrühten Erwartungen und weisen darauf hin, dass viele für 2026 angekündigte Fahrzeuge faktisch noch Semi-Feststoffbatterien mit einem Flüssiganteil von 5 bis 15 Prozent nutzen werden.

Dennoch bleibt CATL in diesem Forschungsfeld aktiv und arbeitet unter anderem mit Nio in Shanghai an neuen Zellchemien auf Oxid- und Sulfid-Basis. Aktuelle Fahrzeugmodelle setzen derweil weiterhin auf bewährte Spitzenleistung: Die neue MG 07 Fastback-Limousine nutzt in ihrer Flaggschiff-Variante eine ternäre 91-kWh-Batterie von CATL, die dank einer 800-Volt-Plattform eine Schnellladung von 30 auf 80 Prozent in nur 12 Minuten ermöglicht.

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