Celonis Aktie: 6 Millionen Dollar in 90 Tagen zurückgewonnen

Bundeskartellamt leitet kein Verfahren gegen SAP ein. Celonis erzielt derweil Erfolge mit Mondelēz bei KI-Prozessoptimierung.

Die Kernpunkte:
  • Kein Missbrauchsverfahren gegen SAP
  • Celonis-Vorwürfe nicht bestätigt
  • Mondelēz baut KI-Kooperation aus
  • Prozessdaten ermöglichen selbstheilende Abläufe

Keine Ermittlungen wegen behinderten Datenzugangs

Das Bundeskartellamt hat heute entschieden, kein Missbrauchsverfahren gegen den Softwarekonzern SAP einzuleiten. Damit haben sich die Vorwürfe von Celonis, die SAP eine Behinderung beim Zugang zu prozessrelevanten Daten vorgeworfen hatten, nach Abschluss der Vorermittlungen nicht erhärtet. Wie das Handelsblatt berichtet, sah die Behörde keine ausreichenden Hinweise darauf, dass SAP seine Marktstellung ausnutzt, um Wettbewerbern den Zugriff auf notwendige Informationen zu erschweren.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, betonte zwar die grundsätzliche Bedeutung eines diskriminierungsfreien Datenzugangs für den Wettbewerb in der Digitalwirtschaft, stellte jedoch fest, dass im konkreten Fall ausreichende Möglichkeiten zur Datenextraktion vorhanden seien. Die Beschwerde des Münchener Softwareunternehmens, das auf Process-Mining-Lösungen spezialisiert ist, führte somit nicht zu einer formalen Untersuchung der Geschäftspraktiken des Walldorfer Konkurrenten.

Mondelēz erweitert strategische Partnerschaft für Unternehmens-KI

Trotz der Entscheidung in Deutschland verzeichnet Celonis operative Erfolge auf internationaler Ebene. Gestern gaben Celonis und der US-Lebensmittelriese Mondelēz International die Ausweitung ihrer strategischen Zusammenarbeit bekannt. Mondelēz setzt dabei verstärkt auf das sogenannte Celonis Context Model, um künstliche Intelligenz tiefgreifend in seine Geschäftsprozesse zu integrieren. Der weltweit agierende Konsumgüterkonzern beschäftigt etwa 91.000 Mitarbeiter in rund 150 Ländern.

Ziel der Kooperation ist der Aufbau eines weitgehend autonomen Unternehmens. Medienberichten zufolge konnte Mondelēz durch den Einsatz der Technologie bereits einen messbaren Wert von 10 Millionen US-Dollar generieren. Besonders effizient erwies sich die Lösung bei der Identifikation von Fehlern im Abrechnungswesen. Allein durch das Schließen von Lücken bei Gutschriftsanzeigen wurden innerhalb von 90 Tagen rund 6 Millionen US-Dollar zurückgewonnen.

Prozessintelligenz als Basis für autonome Abläufe

Die Partnerschaft zwischen dem Münchener Tech-Unternehmen und dem Lebensmittelkonzern besteht bereits seit Ende 2024. Im Fokus steht nun die Skalierung von Enterprise-KI über verschiedene Betriebsbereiche hinweg. Das eingesetzte Modell kombiniert Prozessintelligenz mit prädiktiver Planung und Szenarioanalysen, um sogenannte selbstheilende Prozesse zu ermöglichen.

Dabei nutzt Celonis die Daten aus den operativen Systemen, um Ineffizienzen sichtbar zu machen und automatisierte Korrekturen vorzuschlagen. Während die rechtliche Auseinandersetzung um den Datenzugriff vorerst beendet scheint, verdeutlicht die Kooperation mit Mondelēz die Bedeutung von Prozessdaten für die industrielle Anwendung von KI-Systemen in global agierenden Konzernen. Die Technologie soll künftig dabei helfen, komplexe Lieferketten und Finanzprozesse nahezu in Echtzeit zu optimieren und manuelle Eingriffe zu minimieren.

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