Celonis Aktie: Falconi-Allianz am Start?
Falconi unterstützt Celonis-Kunden aus Fertigung und Energie dabei, KI in Lieferketten und betrieblichen Abläufen umzusetzen.

- Beratung für US-Kunden aus Fertigung und Energie
- Fokus auf Nachfrage, Bestände und Lieferketten
- Partner arbeiten bereits mit Kunden
- Erste Tests zeigen über 50 Prozent weniger Token-Verbrauch
Celonis setzt bei der Umsetzung von KI-Projekten auf zusätzliche Beratungskompetenz. Gestern kündigte das Unternehmen eine Partnerschaft mit Falconi US an. Sie richtet sich an Celonis-Kunden aus Fertigung und Energie in den USA. Im Mittelpunkt stehen Nachfrageplanung, Bestandsmanagement und die Ausführung von Lieferkettenprozessen. Damit verbindet Celonis seine Argumentation für prozessbezogene KI mit Unterstützung bei der praktischen Umsetzung.
Beratung soll Prozessverbesserungen voranbringen
Falconi-Berater sollen Kunden helfen, Verbesserungen zu priorisieren, zu entwerfen und umzusetzen. Beide Unternehmen arbeiten bereits mit Kunden zusammen. Die Partnerschaft beschränkt sich damit nicht auf die Ankündigung einer künftigen Zusammenarbeit.
Für Anleger liegt die Bedeutung in der Verbindung von Technologie und konkreten betrieblichen Aufgaben. Die benannten Einsatzfelder betreffen Entscheidungen über Nachfrage, Vorräte und Lieferketten. Der Nutzen des Ansatzes muss sich deshalb an verbesserten Abläufen messen lassen, nicht allein an der Leistungsfähigkeit einzelner KI-Agenten.
Die Kooperation passt zu der Position, die Devavrat Shah gestern im Business-Lab-Podcast des MIT Technology Review erläuterte. Der Celonis-Chefwissenschaftler für Unternehmens-KI betonte, dass Agenten operative Prozesse und Geschäftsbedingungen verstehen müssten. Andernfalls könnten sie wichtige Einschränkungen übersehen, Fehlentscheidungen treffen oder unnötig Rechenleistung verbrauchen. Der Podcast entstand in Partnerschaft mit Celonis.
Prozesskontext als Grundlage für KI-Agenten
Das Kontextmodell von Celonis verbindet bestehende Systeme und Arbeitsabläufe mit aufgabenbezogenen Agenten. Diese sollen innerhalb definierter Grenzen arbeiten und Empfehlungen zur menschlichen Prüfung liefern. Der Ansatz soll KI also nicht losgelöst von betrieblichen Regeln einsetzen, sondern in vorhandene Entscheidungsprozesse einbetten.
Celonis-Manager Manuel Haug verwies gestern im Handelsblatt auf einen möglichen Effizienzvorteil. Nach Unternehmensangaben hätten Kontextmodelle den Token-Verbrauch in ersten Praxistests um mehr als 50 % gesenkt. Diese Angabe beschreibt erste Tests und ist keine allgemeine Zusage für sämtliche Anwendungen.
Entscheidend ist damit nicht nur die Automatisierung von Routinearbeit. Celonis stellt auch den Ressourcenverbrauch und die Qualität betrieblicher Entscheidungen in den Mittelpunkt. Die Verbindung von Prozessdaten und Geschäftslogik soll Abfragen präzisieren und Ergebnisse verbessern.
Shah empfiehlt dafür einen begrenzten Einstieg: Unternehmen sollten zunächst eine konkrete Geschäftsentscheidung und deren schwierigsten Prozessschritt testen. Vor einer Ausweitung müssten sie den Zeitgewinn und den wirtschaftlichen Nutzen messen. Menschliche Prüfung und Mitarbeiterschulung bleiben nach seiner Einschätzung wichtige Voraussetzungen.
Die Falconi-Partnerschaft ergänzt diesen Ansatz um Unterstützung bei der Umsetzung. Für die Einordnung von Celonis ist deshalb vor allem relevant, ob aus dem Prozesswissen messbare Verbesserungen im Kundenbetrieb entstehen. Genau darauf zielen die angekündigten Beratungsaufgaben ab.
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