Cerebras: 9 Banken heben auf 294-Dollar-Ziel

Trotz einhelliger Kaufempfehlungen von neun Banken notiert die Cerebras-Aktie weit unter ihrem Rekordhoch. Der erste Quartalsbericht als Börsenunternehmen am 23. Juni gilt als richtungsweisend.

Die Kernpunkte:
  • Neun Brokerhäuser starten mit Kaufempfehlungen
  • Durchschnittliches Kursziel liegt bei 294 Dollar
  • Aktie bleibt 23,5 Prozent unter IPO-Schlusskurs
  • Erste Quartalszahlen am 23. Juni erwartet

Nach einem Einbruch von mehr als 15 Prozent in der Vorwoche drehte die Cerebras-Aktie diese Woche ins Plus. Ein Dutzend bullisher Analysteneinschätzungen gab den Ausschlag. Dennoch notiert der Kurs weit unter dem Allzeithoch — und das erste Quartalsergebnis als börsennotiertes Unternehmen steht unmittelbar bevor.

Neun Banken, null Verkaufsempfehlungen

Mit Ablauf der Post-IPO-Sperrfrist am 8. Juni initiierten neun große Brokerhäuser ihre Coverage — ausnahmslos mit Kaufempfehlungen. Die Kursziele reichen von 250 bis 325 Dollar:

  • Morgan Stanley: „Overweight“, Kursziel 250 Dollar
  • Wedbush: „Outperform“, Kursziel 270 Dollar
  • Mizuho: „Outperform“, Kursziel 300 Dollar
  • Rosenblatt Securities: „Buy“, Kursziel 300 Dollar
  • Craig-Hallum: „Buy“, Kursziel 325 Dollar

Der Durchschnitt aller Kursziele liegt bei 294 Dollar. Kein einziger Analyst empfiehlt den Verkauf. Das Ergebnis: ein „Strong Buy“-Konsens, der seinesgleichen unter den Börsengängen des Jahres 2026 sucht.

Craig-Hallum begründete sein hohes Ziel mit der patentierten Wafer-Scale-Technologie des Unternehmens. Diese Chips beschleunigen KI-Inferenz — also das Ausführen von KI-Modellen in Echtzeit — erheblich. Klassische GPU-Systeme benötigen dafür aufwendige Netzwerkarchitekturen. Cerebras nicht.

Starke Technologie, schwache Kursbasis

Die Analysten-Welle trieb die Aktie bis Donnerstag um 10,2 Prozent nach oben. Am Freitag schloss das Papier bei 226,55 Dollar. Das klingt nach Erholung — ist aber nur ein Teil des Bildes.

Seit dem IPO-Schlusskurs liegt die Aktie noch immer 23,5 Prozent im Minus. Die 52-Wochen-Spanne reicht von 185 bis 386 Dollar. Das Handelsvolumen am Freitag war mit knapp 1,7 Millionen Aktien verschwindend gering — der 20-Tage-Schnitt liegt beim Fünffachen.

Hinzu kommt: Der Short-Interest stieg im Mai spürbar an. Einige Marktteilnehmer wetten also trotz der Rally gegen den Kurs. Das Risiko ist real. Cerebras ist noch jung, die Bewertung hoch, und ein Großteil des Auftragsbestands hängt an wenigen großen Cloud-Deals.

Immerhin: Sowohl OpenAI als auch Amazon haben Cerebras in den vergangenen sechs Monaten als bevorzugte Inferenzlösung ausgewählt. Das sind keine kleinen Namen.

Der 23. Juni entscheidet

Am 23. Juni veröffentlicht Cerebras nach US-Börsenschluss seine ersten Quartalszahlen als öffentliches Unternehmen. Um 17 Uhr ET folgt eine Telefonkonferenz mit dem Management.

Für eine Aktie, die seit ihrem Debüt zwischen 185 und 386 Dollar gependelt hat, ist dieser Termin mehr als ein Pflichttermin. Die Zahlen werden zeigen, ob die aktuelle Kursbasis von rund 226 Dollar ein Boden ist — oder eine Zwischenstation auf dem Weg nach unten.

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