Cerebras Aktie: Freedom Capital hebt auf Halten

KI-Chipspezialist Cerebras überzeugt mit überraschenden Quartalszahlen und erhält ein Analysten-Upgrade, was den Aktienkurs deutlich steigen lässt.

Die Kernpunkte:
  • Kurs legt um neun Prozent zu
  • Analysten heben Bewertung auf Halten
  • Umsatz steigt um 94 Prozent
  • Insider verkaufen Aktien für Steuern

Nach einer turbulenten Zeit seit dem Börsengang zeigt sich bei Cerebras ein Silberstreif. Der KI-Chipspezialist verzeichnete am Mittwoch deutliche Kursgewinne. Grund sind starke Quartalszahlen und eine überraschende Analystenreaktion.

Die Aktie kletterte um rund neun Prozent auf knapp 198 Dollar. Damit erholt sie sich zumindest teilweise von den Verlusten der letzten Wochen.

Analyst revidiert Urteil

Im Zentrum der Bewegung steht eine Neubewertung durch Freedom Capital. Die Investmentbank hob ihr Votum von „Untergewichten“ auf „Halten“ an. Damit nähert sie sich der allgemeinen Markteinschätzung. Die liegt bei „Moderat Kaufen“ mit einem durchschnittlichen Kursziel von rund 299 Dollar.

Einige Großbanken bleiben deutlich optimistischer. Citigroup peilt 340 Dollar an, UBS sieht den fairen Wert bei 320 Dollar. Der Schritt von Freedom Capital signalisiert dennoch eine Beruhigung der Stimmung.

Das Papier hatte zuletzt unter Margensorgen und laufenden juristischen Untersuchungen gelitten.

Quartal übertrifft Erwartungen

Den fundamentalen Beleg für die Trendwende lieferten die Geschäftszahlen des ersten Quartals. Cerebras erzielte einen Umsatz von 193,4 Millionen Dollar. Das Plus von 94 Prozent zum Vorjahr übertraf die Analystenschätzung von 181 Millionen Dollar deutlich.

Der Verlust je Aktie fiel mit minus vier Cent ebenfalls besser aus als die erwarteten minus 14 Cent.

Das Hardware-Geschäft steuerte 110,6 Millionen Dollar bei. Der Bereich Cloud und Services legte sogar um 178 Prozent auf 82,8 Millionen Dollar zu. Dennoch steht unterm Strich ein Nettoverlust von 14 Millionen Dollar. Das Management begründet dies mit dem Ausbau der hauseigenen KI-Plattform „Codex-Spark“ und Investitionen in die Partnerschaft mit OpenAI.

Margendebatte und rechtliche Fragen

Der Kursanstieg folgt auf eine scharfe Talfahrt von rund 20 Prozent Ende Juni. Damals hatte der Finanzvorstand eine mögliche Margenverschlechterung um zehn bis 15 Prozentpunkte angedeutet. CEO Andrew Feldman stellte später klar: Die Anleger hätten die Prognose missverstanden. Geplant sei ein Rückgang der Kernmarge von 47 auf 38 bis 41 Prozent. Grund ist das neue Modell, eigene Systeme zu leasen und daraus Service-Erlöse zu generieren.

Parallel dazu ermitteln mehrere Anwaltskanzleien. Sie prüfen mögliche Verstöße gegen Wertpapiergesetze im Zusammenhang mit der Offenlegung der Margenprognose nach dem Börsengang im Mai.

Insiderverkäufe und Ausblick

Auffällig bleibt das Verhalten der Unternehmensspitze. In den letzten drei Monaten verkauften Insider Aktien im Wert von rund 18,6 Millionen Dollar. CEO Feldman veräußerte 17.990 Papiere, der operative Chef Mallick 20.000 Anteile. Die Verkäufe erfolgten überwiegend zur Begleichung von Steuerverpflichtungen aus Aktienprogrammen.

Für das zweite Quartal 2026 rechnet Cerebras mit einem Kernumsatz von rund 194 Millionen Dollar. Das entspräche einem Wachstum von 88 Prozent. Das Gesamtjahr peilt der Konzern bei 855 bis 865 Millionen Dollar an.

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