Cerebras: Kurs fällt von 380 auf 214 Dollar
Der KI-Chip-Spezialist Cerebras verzeichnet vor der ersten Bilanzvorlage als Börsenunternehmen deutliche Kursverluste, während Analysten unisono zum Kauf raten.

- Aktienkurs fällt auf 214 US-Dollar
- Leerverkäufer erhöhen ihr Engagement
- Alle Analysten empfehlen den Kauf
- Erster Quartalsbericht Ende Juni
Die Analysten überschlagen sich mit Kaufempfehlungen für den neuen KI-Star. An der Börse sieht die Realität für Cerebras Systems derzeit allerdings anders aus. Wenige Wochen vor dem ersten Quartalsbericht als börsennotiertes Unternehmen zieht sich die Aktie spürbar zurück. Leerverkäufer bringen sich in Stellung.
Druck vor der Premiere
Am Montag rutschte der Kurs auf 214 US-Dollar ab. Damit setzt sich der Abwärtstrend der vergangenen Tage fort. Zuvor hatte das Papier noch bei rund 226 US-Dollar geschlossen. Die Euphorie der ersten Handelstage scheint verflogen.
Zur Erinnerung: Beim Börsengang startete Cerebras bei 185 US-Dollar. In der Spitze schoss der Wert auf über 380 US-Dollar hoch. Seitdem hat sich der Kurs fast halbiert. Parallel dazu stieg im Mai das Interesse der Leerverkäufer deutlich an. Einige Investoren wetten also gezielt gegen eine schnelle Erholung.
Wall Street feiert die Technologie
Fundamental steht das Unternehmen stark da. Das Zugpferd ist der Wafer-Scale Engine 3. Dieser KI-Prozessor ist deutlich größer und schneller als herkömmliche Grafikchips. Er verbraucht dabei weniger Strom. Das macht ihn besonders für die KI-Inferenz attraktiv.
Zehn Analysten bewerten die Aktie aktuell. Das Urteil fällt einstimmig aus: Alle Experten raten zum Kauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 294 US-Dollar.
Craig-Hallum sieht das Ziel sogar bei 325 US-Dollar. Die Experten verweisen auf lukrative Deals mit OpenAI und Amazon. Needham ruft 300 US-Dollar auf. Wedbush und Citi loben den Vorsprung im Markt für KI-Anwendungen. Citi schätzt dieses Marktpotenzial auf gewaltige 130 Milliarden US-Dollar.
Der erste Härtetest
Ende Juni muss das Management nun liefern. Dann präsentiert Cerebras Systems die Zahlen für das erste Quartal 2026. Es ist der erste Finanzbericht seit dem Börsengang.
Investoren werden genau auf die Auftragspipeline und das Umsatzwachstum achten. Enttäuscht der Ausblick, droht dem 47 Milliarden US-Dollar schweren Konzern ein weiterer Rücksetzer. Überzeugt das Zahlenwerk, könnte der aktuelle Kursabschlag eine Einstiegschance gewesen sein.
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