Cerebras: Marge fällt von 47 auf 36 Prozent

Cerebras Systems übertrifft Umsatzerwartungen, leidet aber unter schwachen Margenprognosen und rechtlichen Untersuchungen. Die Aktie fällt unter den Emissionspreis.

Die Kernpunkte:
  • Umsatz steigt um 94 Prozent
  • Schwache Margenprognose belastet
  • Juristische Untersuchungen eingeleitet
  • Aktie fällt unter Ausgabepreis

Cerebras Systems erlebt turbulente Tage. Der erste Quartalsbericht nach dem Börsengang im Mai löste eine heftige Verkaufswelle aus. Während der Umsatz die Erwartungen übertraf, verschreckten schwache Margen-Prognosen und juristische Untersuchungen die Anleger.

Umsatzsprung trifft auf rote Zahlen

Der KI-Spezialist meldete für das erste Quartal einen Umsatz von 193,4 Millionen Dollar. Das entspricht einem Plus von 94 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Sowohl Hardware-Verkäufe als auch Cloud-Dienste trieben das Wachstum an.

Besonders das Cloud-Geschäft legte massiv zu. Der Umsatz in diesem Segment kletterte um 167 Prozent auf fast 80 Millionen Dollar. Unterm Strich bleibt das Unternehmen jedoch in den roten Zahlen.

Der bereinigte Verlust je Aktie lag mit 0,22 Dollar über den Schätzungen der Analysten. Dennoch verfügt Cerebras über liquide Mittel von 3,3 Milliarden Dollar. Diese Cash-Reserve verschafft dem Konzern Spielraum für weitere Investitionen.

Margendruck und OpenAI-Abhängigkeit

Sorgen bereitet vor allem der Ausblick auf die Profitabilität. Im ersten Quartal lag die Bruttomarge noch bei 47 Prozent. Für das laufende zweite Quartal stellt das Management nur noch 36 bis 38 Prozent in Aussicht.

CEO Andrew Feldman begründete die Prognose mit speziellen Mietvereinbarungen für Hardware. Parallel dazu verschiebt sich die Kundenstruktur massiv in Richtung OpenAI. Ein neuer Vertrag über 20 Milliarden Dollar soll die Rechenkapazität bis 2028 sichern.

Juristisches Nachspiel und Analysten-Votum

Der Kurssturz rief mehrere US-Kanzleien auf den Plan. Sie untersuchen mögliche irreführende Aussagen der Geschäftsführung vor dem Börsengang. Die Aktie verlor allein am 24. Juni über 40 Dollar an Wert.

Damit rutschte das Papier unter den Ausgabepreis von 185 Dollar. Das ist ein herber Rückschlag nach den Höchstständen von fast 386 Dollar. Cathie Wood nutzt diese Schwäche jedoch für Zukäufe.

Ihr ARK Invest kaufte Ende Juni Anteile für über 20 Millionen Dollar. Viele Analysten bleiben trotz der Volatilität optimistisch. Sie setzen auf die technische Überlegenheit der Wafer-Scale-Technologie.

Der immense Auftragsbestand von 24,6 Milliarden Dollar stützt diese Zuversicht. Das durchschnittliche Kursziel der Experten liegt weiterhin bei 299 Dollar.

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