Ceres Power Aktie: 12 Prozent Verlust in sieben Tagen
Der Wasserstoff-Spezialist verliert nach Kapitalerhöhung fast 20 Prozent an Wert. Analysten stufen die Aktie ab und warnen vor überzogener Bewertung.

- Kursverlust von fast 20 Prozent
- Kapitalerhöhung belastet Aktienkurs
- Analysten raten zum Verkauf
- EU-Regularien bremsen Wasserstoffsektor
Die Kursrallye bei Ceres Power weicht einer schmerzhaften Korrektur. Innerhalb weniger Wochen hat der britische Wasserstoff-Spezialist fast ein Fünftel seines Börsenwerts verloren. Die jüngste Kapitalerhöhung lastet schwerer auf dem Kurs, als viele Optimisten erwartet hatten.
Technische Warnsignale
Allein am Freitag gab das Papier um 3,90 Prozent auf 5,42 Euro nach. Damit summieren sich die Verluste der letzten sieben Tage auf über 12 Prozent. Das reißt tiefe Löcher in das Chartbild.
Die Aktie handelt mittlerweile rund 28 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt. Ein Lichtblick für Charttechniker könnte der Relative-Stärke-Index (RSI) sein. Mit einem Wert von 38,1 nähert er sich der Zone, die oft als überverkauft gilt.
Trotz der aktuellen Talfahrt bleibt die langfristige Bilanz beeindruckend. Seit Jahresbeginn steht immer noch ein Plus von rund 119 Prozent zu Buche. Investoren, die vor zwölf Monaten einstiegen, blicken sogar auf noch deutlich höhere Gewinne.
Kapitalerhöhung wirkt nach
Der Ursprung der Schwäche liegt teilweise im Juni. Ceres Power sammelte rund 103 Millionen Britische Pfund ein. Das Unternehmen will mit dem Geld die Kommerzialisierung seiner Festoxid-Technologie vorantreiben.
Die zusätzliche Liquidität sichert zwar die Expansion, verwässert aber die Anteile der Bestandsaktionäre. Die Analysten von Panmure Liberum reagierten prompt mit einer Abstufung auf „Verkaufen“. Die Experten loben zwar die Technologie, warnen jedoch vor der Bewertung.
Nach ihrer Einschätzung ist der Aktienkurs der fundamentalen Entwicklung schlicht vorausgeeilt. Das 52-Wochen-Hoch bei 10,48 Euro ist inzwischen in weite Ferne gerückt. Der Abstand zur Spitze beträgt fast 50 Prozent.
Hürden in der EU
Das Marktumfeld für Wasserstoff-Werte bleibt derweil zwiespältig. Die globale Produktionskapazität soll sich 2026 zwar verdoppeln. Viele Pilotprojekte gehen jetzt in die industrielle Umsetzung über.
Allerdings bremst die Regulatorik in Europa das Tempo. Bisher hat nur die Hälfte der EU-Mitgliedstaaten die Richtlinie RED III in nationales Recht umgesetzt. Diese Fragmentierung erschwert Investitionen und verunsichert Marktteilnehmer.
Für Ceres Power geht es nun um die Verteidigung wichtiger Marken. Findet die Aktie keinen Halt, rückt der 200-Tage-Durchschnitt bei 4,54 Euro in den Fokus. Ein Test dieses Niveaus entscheidet darüber, ob der langfristige Aufwärtstrend stabil bleibt.
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