Ceva Aktie: Allianz mit LG für UWB-Plattform
Ceva und LG bündeln ihre Technologien für UWB-SoCs in Auto, Industrie und Konsumgütern; Analysten sehen ein Kursziel von 40,60 US-Dollar.

- UWB-Plattform für mehrere Branchen vereinbart
- Erster US-Halbleiterkunde bereits gewonnen
- UWB-Markt soll bis 2030 wachsen
- Neun Analysten empfehlen den Kauf
Der US-Halbleiterspezialist Ceva hat eine weitreichende Kooperation mit LG Electronics vereinbart, um die Einführung der Ultra-Wideband-Technologie (UWB) in verschiedenen Industriezweigen zu beschleunigen.
Die Zusammenarbeit zielt darauf ab, eine umfassende Plattform für System-on-Chips (SoCs) bereitzustellen, die in der Automobilbranche, der Industrie und im Konsumgütersektor zum Einsatz kommen soll. Ein erster namhafter Halbleiterkunde aus den USA konnte für die neue Lösung bereits gewonnen werden.
Strategische Allianz für den Massenmarkt
Die Partnerschaft kombiniert die Baseband-IP und die Software-Lösungen von Ceva-Waves mit der Hochfrequenztechnologie (RF) von LG Electronics. Diese Integration soll eine sogenannte „Silicon-ready“-Plattform schaffen, die den Herstellern von Halbleitern und Originalausrüstern (OEMs) eine risikoarme Einbindung von UWB-Funktionen ermöglicht. Die Plattform wird auf dem modernen 22-Nanometer-Prozess von TSMC gefertigt und unterstützt aktuelle Standards wie IEEE 802.15.4ab.
Durch die Bündelung der Kompetenzen wollen beide Unternehmen die Entwicklungszeit für differenzierte UWB-Lösungen verkürzen. Die Technologie ermöglicht unter anderem präzise Standortbestimmungen und Radar-Sensing, was insbesondere für sicherheitskritische Anwendungen im Fahrzeugbau und in der industriellen Automatisierung von Bedeutung ist.
Das LG SoC Center steuert hierbei die RF-Expertise bei, während Ceva seine langjährige Erfahrung in der Lizenzierung von Signalverarbeitungs-IP einbringt.
Marktprognosen versprechen deutliches Volumen
Die Wachstumsaussichten für den UWB-Markt sind laut Branchenexperten beachtlich. Analysen von ABI Research zufolge dürften die weltweiten Auslieferungen von UWB-fähigen Geräten von etwa 597 Millionen Einheiten im laufenden Jahr auf rund 1,18 Milliarden Einheiten bis zum Jahr 2030 ansteigen.
Ceva positioniert sich durch die Allianz mit LG Electronics frühzeitig, um von diesem Verdopplungspotenzial des Marktes zu profitieren. Das Unternehmen hat in seiner Geschichte bereits Lizenzen für über 22 Milliarden Geräte an mehr als 400 Kunden vergeben.
Die technologische Basis der Kooperation bietet zudem Vorteile bei der Signalreichweite unter schwierigen Bedingungen, dem sogenannten Non-Line-of-Sight-Ranging (NLoS). Dies ist ein entscheidender Faktor für die Zuverlässigkeit von Anwendungen im Bereich des digitalen Fahrzeugzugangs oder der industriellen Logistiksteuerung.
Analysten sehen Aufwärtspotenzial
In der Finanzwelt stößt die strategische Ausrichtung des Unternehmens auf breite Zustimmung. Insgesamt 12 Analystenhäuser beschäftigen sich derzeit intensiv mit der Bewertung des Titels. Das aktuelle Konsensrating lautet „Moderate Buy“, wobei neun Experten eine Kaufempfehlung aussprechen, während zwei die Aktie halten und lediglich einer zum Verkauf rät. Das durchschnittliche Kursziel für die kommenden zwölf Monate wird mit 40,60 US-Dollar beziffert.
Diese positive Einschätzung folgt auf solide Geschäftszahlen, die das Unternehmen vor rund einem Monat präsentierte. Im zweiten Quartal konnte Ceva die Erwartungen übertreffen und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 0,08 US-Dollar ausweisen. Der Umsatz stieg in diesem Zeitraum im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent auf 29,03 Millionen US-Dollar.
Zusammen mit der Einführung neuer Bluetooth-Audio-Chips vor gut drei Wochen unterstreicht die aktuelle Kooperation mit LG Electronics die Bestrebungen des Managements, das Portfolio in wachstumsstarken Konnektivitätsmärkten konsequent zu erweitern.
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