Charter Communications Aktie: 34,5-Milliarden-Deal mit Cox
Charter Communications verliert 172.000 Internetkunden und senkt die Jahresprognose. Die geplante Cox-Übernahme soll neue Synergien bringen.

- 172.000 Breitbandkunden verloren
- Jahresprognose für EBITDA gesenkt
- Aktienrückkäufe vorerst ausgesetzt
- Cox-Übernahme für 34,5 Milliarden Dollar
Der US-Telekommunikationsriese Charter Communications steht unter erheblichem Druck. Nachdem das Unternehmen für das zweite Quartal 2026 einen hohen Verlust an Breitbandkunden gemeldet und seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr gesenkt hatte, reagierten die Märkte mit deutlichen Verkäufen. Die Aktie schloss am Freitag bei 107,24 Euro, was einem Rückgang von 3,54 Prozent entspricht.
Breitband-Erosion belastet Quartalsergebnis
In den drei Monaten bis Ende Juni verzeichnete Charter einen Rückgang seiner Internetkunden um 172.000 Anschlüsse. Damit fielen die Verluste im Kerngeschäft spürbar schwerer aus als von Analysten befürchtet. Medienberichten zufolge ist dieser Abwärtstrend primär auf den verschärften Wettbewerb durch Glasfaseranbieter und mobile Festnetzlösungen zurückzuführen. Der Quartalsumsatz sank im Vergleich zum Vorjahr um knapp zwei Prozent auf 13,53 Milliarden US-Dollar.
Trotz des Kundenschwunds im Internetbereich übertraf Charter beim bereinigten Gewinn je Aktie mit 10,66 US-Dollar die Erwartungen. Ein wesentlicher Lichtblick war zudem das Mobilfunksegment: Hier konnte das Unternehmen 406.000 neue Verträge gewinnen. Dennoch ging das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) auf 5,45 Milliarden US-Dollar zurück, da das Wachstum im Mobilfunk die Verluste im margenstarken Kabelgeschäft nicht vollständig kompensieren konnte.
Strategische Neuausrichtung und Cox-Übernahme
Als Reaktion auf die operativen Herausforderungen korrigierte das Management unter CEO Christopher Winfrey die Prognose für das Gesamtjahr. Während man zuvor noch von einem leichten Wachstum ausging, wird nun ein EBITDA-Rückgang von etwa einem Prozent erwartet. Parallel dazu kündigte das Unternehmen an, die Aktienrückkäufe vorerst auszusetzen, nachdem im abgelaufenen Quartal noch eigene Anteile für 838 Millionen US-Dollar erworben wurden.
Hoffnung setzt Charter nun auf die geplante Übernahme von Cox Communications für 34,5 Milliarden US-Dollar, deren Abschluss für Mitte bis Ende August vorgesehen ist. Durch den Zusammenschluss erwartet der Konzern jährliche Synergieeffekte in einer Größenordnung von mindestens 800 Millionen US-Dollar. Um die Bilanz nach der Großakquisition zu stabilisieren, wird ein langfristiges Verschuldungsziel vom 3,5-fachen des EBITDA angestrebt. Derzeit beläuft sich das Verhältnis der Nettoverschuldung zum operativen Ergebnis auf den Faktor 4,18.
Für Anleger bleibt die Lage angespannt. Die jüngsten Zahlen und der vorsichtige Ausblick vertieften den Abwärtstrend der vergangenen Monate. Seit Jahresbeginn verzeichnet die Aktie von Charter Communications bereits ein Minus von 39,75 Prozent, womit der Wert weiterhin nach einer stabilen Bodenbildung sucht.
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