Charter Communications Aktie: Spectrum startet in Cox-Märkten
Charter erweitert Spectrum auf mehr als elf Millionen Haushalte und Unternehmen; Wolfe Research senkte das Votum am 14. September.

- Wolfe Research senkte das Votum
- Aktie seit Jahresbeginn 42 Prozent schwächer
- Spectrum erreicht 45 US-Bundesstaaten
- CFO Jessica Fischer scheidet im Oktober aus
Die Skepsis am Markt gegenüber Charter Communications nimmt weiter zu. Mitten in der laufenden Neuausrichtung hat das Analysehaus Wolfe Research die Aktie des US-Kabelnetzbetreibers herabgestuft. Am 14. September senkten die Analysten ihr Votum von Peer Perform auf Underperform und setzten das Kursziel bei $118 an.
Die Neubewertung trifft das Papier in einer ohnehin anhaltenden Schwächephase. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Minus von 42 Prozent und notiert derzeit bei 102,56 Euro. Mit diesem Niveau liegt der Titel nur noch 5,7 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 97,07 Euro.
Rabattaktion im erweiterten Netzgebiet
Die Zurückhaltung der Analysten fällt in eine Phase intensiver Vertriebsaktivitäten. Am 16. September rollte der Konzern seine Marke Spectrum in ehemaligen Cox-Märkten aus und erreichte damit nach Unternehmensangaben mehr als elf Millionen Haushalte und Unternehmen in 45 US-Bundesstaaten.
Um Neukunden zu gewinnen und bestehende Anschlüsse zu sichern, startete Charter Communications zeitgleich umfangreiche Tarifaktionen. Dazu zählt eine Ersparnisgarantie von $1.000 bei der Bündelung von Internetanschlüssen mit zwei Mobilfunkverträgen.
Zudem offeriert das Unternehmen berechtigten Kunden einen einjährigen kostenlosen Mobilfunkdienst sowie Fernseh-Pakete mit einem monatlichen Streaming-Gegenwert von bis zu $131. Solche aggressiven Preisnachlässe erhöhen zwar kurzfristig die Kundenbindung, belasten jedoch tendenziell die Erlöse pro Kunde.
Operativer Umbau im Management
Flankiert wird die Vertriebsoffensive von personellen Weichenstellungen an der Unternehmensspitze. Seit dem 1. September führt Nick Jeffery die operativen Geschäfte als Chief Operating Officer.
Zusätzliche Unruhe brachte der vor rund zwei Wochen gemeldete Wechsel auf dem Finanzposten. CFO Jessica Fischer legt ihr Amt zum 15. Oktober nieder, woraufhin Kevin Howard interimistisch die Aufgaben übernimmt. Medienberichten zufolge wechselt Fischer als Gründungschefin der Finanzen zu einem von Blackstone und Google unterstützten Gemeinschaftsunternehmen für Künstliche Intelligenz.
Bis zur geordneten Übergabe der Finanzressorts muss sich zeigen, ob die neuen Tarifstrukturen im erweiterten Netzgebiet die erhofften Zuwächse bringen oder ob der Margendruck die Skepsis der Analysten bestätigt.
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