Charter Communications Aktie: Wells Fargo senkt auf 160 Dollar
Wells Fargo senkt das Kursziel für Charter Communications und erwartet einen deutlichen Verlust von Breitbandkunden im zweiten Quartal.

- Wells Fargo senkt Kursziel auf 160 Dollar
- Prognose: 140.000 Breitbandkunden weniger
- CEO kauft eigene Aktien als Vertrauenssignal
- Zahlen zum zweiten Quartal Ende Juli
Charter Communications erholt sich am Dienstag leicht. Die Aktie steigt um 3,15 Prozent auf 123,74 Euro. Ein kleiner Lichtblick nach einem brutalen Jahr. Seit Januar hat der Kabelkonzern rund 30 Prozent an Wert verloren, auf Zwölfmonatssicht sogar mehr als 64 Prozent.
Der Grund für die Talfahrt: Das Kerngeschäft mit Breitbandkunden schwächelt. Und die Analysten werden immer pessimistischer.
Wells Fargo senkt Kursziel
Am 7. Juli 2026 passten die Experten von Wells Fargo ihre Prognose an. Sie senkten das Kursziel von 170 auf 160 Dollar. Das Rating bleibt „Underweight“ – eine klare Verkaufsempfehlung.
Die Prognosen für das zweite Quartal fallen düster aus. Wells Fargo erwartet einen Nettoverlust von 140.000 Breitbandkunden. Im Vorjahreszeitraum waren es 111.000. Parallel dazu soll der Umsatz im zweiten Quartal um zwei Prozent fallen, auf Jahressicht um ein Prozent.
Weitere Warnsignale aus der Branche
Der Pessimismus von Wells Fargo ist kein Einzelfall. Mehrere Institute raten zum Verkauf oder zur Untergewichtung. Goldman Sachs gab erst kürzlich ein „Sell“-Rating mit einem Kursziel von nur 125 Dollar ab. Benchmark bleibt zwar bei „Kaufen“ und sieht Potential bis 435 Dollar. Doch solche optimistischen Stimmen sind selten.
Die gesamte Telekombranche steckt im Umbruch. Konkurrent Comcast kündigte kürzlich die Abspaltung seiner Medienbereiche NBCUniversal und Sky an. Der Fokus liegt jetzt stärker auf dem reinen Verbindungsgeschäft. Charter selbst sucht nach neuen Wegen und lotet eine Mobilfunk-Partnerschaft mit SpaceX aus.
CEO kauft Aktien
Trotz der schlechten Stimmung gibt es ein positives Signal. Der Vorstandsvorsitzende kaufte 3.468 eigene Aktien zu 172,23 Dollar. Ein Vertrauensbeweis aus der Chefetage.
Die Bewertung bleibt niedrig: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei rund 3,7. Allerdings enttäuschte das erste Quartal. Der Gewinn je Aktie betrug 9,17 Dollar – die Analysten hatten 10,01 Dollar erwartet. Der Umsatz sank um ein Prozent auf 13,6 Milliarden Dollar.
Der nächste wichtige Termin kommt Ende Juli. Dann legt Charter die Zahlen für das zweite Quartal vor. Die entscheidende Frage: Verliert der Konzern mehr Breitbandkunden als befürchtet? Einmal mehr hängt das Schicksal der Aktie an der Frage, ob der Abwärtstrend zu stoppen ist.
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