Charttechnik: Commerzbank nimmt wieder Anlauf

Die Commerzbank stopft sich die Taschen aus. Erst gestern gab die Großbank bekannt, dass man sich von zwei großen gewerblichen Immobilienportfolios getrennt habe. Diese wurden an verschiedene US-Adressen verkauft. De Nominalwert der Portfolios liegt bei 2,9 Mrd. Euro. Wie viel die Commerzbank tatsächlich dafür bekam, bleibt noch geheim.

 

CommerzbankAber die Commerzbank selbst erklärte, dass sie auf den Bilanzwert nur einen geringen Abschlag von rund 3% einbuchen muss. Das wird zwar das Ergebnis im 2. Quartal und auch im 3. Quartal leicht belasten. Dennoch wird es einen positiven Nettokapitaleffekt von rund 15 Mio. Euro geben. Dies auf Grundlage der nun frei gewordenen risikogewichteten Aktiva im Volumen von rund 1,9 Mrd. Euro. Denn im Portfolio steckten auch viele notleidende Kredite, die nun nicht mehr abgesichert werden müssen.

Damit ist die Commerzbank ein weiteres großes Sorgenkind losgeworden. Schon letztes Jahr konnte sie unter das Thema Schiffskredite einen Schlussstrich ziehen. Diese waren aufgrund der Branchenrezession in den vergangenen Jahren zur Geldvernichtungsmaschine geworden. Nimmt man jetzt noch die erfolgreich durchgeführte Kapitalerhöhung aus dem April hinzu, wo die Kernkapitalquote auf 10,2% gesteigert werden konnte, so ist die Bank auf sehr gutem Weg, sowohl ihre finanzielle Ausstattung als auch ihr Risikoprofil nachhaltig zu bessern.

 

Erster Break-Anlauf musste von Commerzbank abgeblasen werden

Und das sollte sich auch mittelfristig wieder deutlich in der Aktie bemerkbar machen. Nachdem im April ein 52-Wochen-Hoch erreicht worden war, kippte die Aktie insbesondere wegen Kapitalerhöhung und Griechenland wieder ab. Dabei wurde zuletzt mehrfach die Unterstützung bei rund 11,20 Euro getestet. Nun macht man wieder Anstalten, einen Rebound zu starten.

 

So hatte die Commerzbank-Aktie in der vergangenen Woche schon versucht, die gleitenden Durchschnitte der letzten 38 Tage (Trading-Linie) und 100 Tage (mittelfristiger Trend) zu überwinden. Beide Linien laufen derzeit eng zusammen zwischen 12,10 und 12,20 Euro. Dabei brach der erste Break-Versuch ab, nachdem am vergangenen Wochenende der Griechenland-Schock den Markt durchrüttelte.

 

Gap als Bären-Falle?

Im Ergebnis sackte die Aktie am Montag deutlich ab und produzierte eine Candlestick-Formation namens Downside Gap. Diese gilt grundsätzlich eher als bearish, dürfte aber im vorliegenden Fall wohl eher zufällig entstanden sein. Was sich auch in den Folgetagen bestätigte. Dass die Commerzbank-Aktie zum Wochenstart so unter Druck geriet, dass sie sogar ein Gap (Lücke) aufzeigte, ist dem generell höheren Risikoprofil der Bank zuzuschreiben.

Doch das kann ihr in einem positiven Umfeld eben auch zum Glück gereichen, wie man z. B. gestern sehen konnte. Insofern ist aktuell davon auszugehen, dass hier der erneute Angriff auf die Widerstandslinien um die 12,20/12,20 gestartet wird.

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