Charttechnik: Kann Wirecard in den Rebound-Modus schalten?

Zu den technischen Megatrends gehört das Thema mobiles Bezahlen. Kein Wunder, dass damit beschäftigte Unternehmen wie Wirecard immer wieder auch am Kapitalmarkt nachgefragt werden. So konnte der Mobile-Payment-Spezialist Wirecard in den vergangenen zehn Jahren immer wieder zu den Stars am Aktienmarkt gehörte.

 

WirecardDas Unternehmen konnte seinen Aktienwert seit 2005 von unter 2 Euro auf über 42 Euro verbessern. Was auch damit zusammenhing, dass das Thema mobiles Bezahlen auch stärker in den Fokus der großen Hightech-Firmen wie Apple rückte und Wirecard dabei ein gesuchter Ansprechpartner war und auch noch weiterhin ist.

Aber solch starke Kursaufschwünge bedeuten auch immer wieder eins: Ab und zu muss eine Verschnaufpause kommen, um die Bewertungsniveaus zu entspannen und Möglichkeiten zu bieten, dass interessierte Investoren neu einsteigen. Das war 2008 so, auch wenn die Korrektur damals durch die Finanzkrise geprägt war. Auch 2014 war eher ein kompliziertes Jahr für Wirecard, das aber danach mit einer starken Rallye gekontert werden konnte.

 

Wirecard in der Bewertungskorrektur

Diese Ralle war es auch, welche die Aktie auf ihren bisherigen Höchstkurs bei 42,72 Euro führte. Allerdings wurde auch schnell deutlich: Mit einem damaligen KGV von rund 35 war die Aktie kein Schnäppchen mehr. Da musste schlicht Luft abgelassen werden. Das ist auch in den vergangenen zwei Monaten geschehen. Wobei sich nun die Frage stellt, ob die Korrektur von rund 15% nun ausreicht, um die Aktie wieder ausreichend attraktiv zu machen für einen nachhaltigen Rebound?

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Die Charttechnik gibt darauf eine ganz interessante Antwort. Wobei wir hier auf zwei besondere Faktoren resp. Indikatoren verweisen wollen. Zum einen der Blick auf mögliche Candlestick-Formationen. Ähnlich wie bei der Commerzbank brachte der Wochenauftakt ein Gap nach unten, das wir in diesem Zusammenhang nicht überbewerten wollen. Allerdings schloss sich daran ein so genannter negativer Harami an.

 

Charttechnik spricht für eine Fortführung des Rebounds

Dies folgt aus der Tatsache, dass der Dienstag mit Verlusten beschloss, die aber noch über dem Eröffnungskurs des Vortages lagen. Um hier eine echte bearishe Formation abzubilden, hätte das Ganze aber bei deutlich anziehenden Umsätzen stattfinden müssen. Da diese ausblieben, blieb auch der Harami schwach und konnte gestern und heute mit mit positiven Kursentwicklungen neutralisiert werden.

An dieser Stelle kommt nun das Fibonacci-Retracement ins Spiel. Laut Definition folgen Kurse bestimmten Prozentsätzen bei aufwärts- oder Abwärtsbewegungen. Im vorliegenden Fall mit der Annahme, dass wir uns in einer Rebound-Situation befinden, würde als nächstgelegenes Retracement das Niveau bei 36,24 Euro interessant werden. Die nächste Stufe läge bei 37,48 Euro, wobei gleichzeitig auch noch die 38-Tage-Linie durchbrochen werden könnte. Das würde ein starkes bullishes Signal liefern und den Chart nach unten absichern.

Fazit: Spekulativ eingestellte Investoren könnten hier mit einer ersten Position vorgreifen. Würde die Aktie allerdings an den 36,24 Euro anprallen, würde ein bis auf 32,24 Euro drohen.

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