Cherry: Aktie springt über sieben Prozent

Cherry SE schließt Kapitalerhöhung ab und sichert Finanzierung für Restrukturierung. Der Aktienkurs reagiert mit einem deutlichen Plus und überwindet wichtige Widerstandsmarken.

Die Kernpunkte:
  • Kapitalerhöhung bringt rund 10 Millionen Euro
  • Aktie steigt um über sieben Prozent
  • Management kauft eigene Aktienpakete
  • Operative Verluste bleiben bestehen

Cherry SE sendet ein Lebenszeichen an der Börse. Nach der abgeschlossenen Kapitalerhöhung erholt sich der Aktienkurs spürbar. Der Markt honoriert die neue Finanzstruktur und erste technische Signale.

Technischer Ausbruch schafft Erleichterung

Die Aktie sprang zuletzt um über sieben Prozent nach oben. Damit überwand das Papier die 20-Tage-Linie bei rund 1,16 Euro. Das Chartbild hellt sich nach der langen Bodenbildung auf. Das Allzeittief bei 0,95 Euro dient nun als wichtige Unterstützung für die kommenden Wochen.

Allerdings bleibt der langfristige Trend vorerst negativ. Die 200-Tage-Linie liegt weiterhin in weiter Ferne. Die aktuelle Erholung stabilisiert das Papier jedoch über der psychologisch wichtigen Ein-Euro-Marke.

Neue Kapitalstruktur steht fest

Parallel dazu ordnet Cherry die Finanzen neu. Das Grundkapital umfasst nach der Kapitalmaßnahme insgesamt 15.795.000 Stückaktien. Dem Unternehmen flossen brutto etwa 10,1 Millionen Euro zu. Die Liquidität für das Umbauprogramm „Project Blossom“ ist damit vorerst gesichert.

Zwar verwässert die Ausgabe neuer Aktien die Anteile der Altaktionäre. Die Börse scheint diesen Preis für die finanzielle Stabilität derzeit zu akzeptieren. Das Geld soll direkt in die operative Restrukturierung fließen.

Management kauft eigene Aktien

Das Management untermauert den Kurs durch eigene Käufe. CEO Rogier Volmer und Finanzchef Jurjen Jongma erwarben zusätzliche Aktienpakete im Rahmen der Bezugsrechte. Volmer führt den Konzern nun dauerhaft als CEO. Marktbeobachter werten diese Käufe als Signal für seine Überzeugung vom strategischen Umbau.

Operative Hürden bleiben bestehen

Wirtschaftlich bleibt die Lage anspruchsvoll. Das bereinigte EBITDA lag im ersten Halbjahr bei minus 4,0 Millionen Euro. Derweil sanken die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr weiter. Kostensenkungen von rund sieben Millionen Euro sollen die Bilanz künftig entlasten.

Ein Unsicherheitsfaktor bleibt die verzögerte Berichterstattung. Wegen eines Wechsels beim Wirtschaftsprüfer steht das Testat für das Geschäftsjahr 2025 noch aus. Cherry passte deshalb die Finanztermine für die kommenden Monate an. Aktionäre warten nun auf die Veröffentlichung der geprüften Bilanzen für eine abschließende Bewertung.

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