Chevron: 13,21% mehr in Petroindependencia
Chevron baut trotz öffentlicher Kritik sein Venezuela-Geschäft aus. Vor der Bilanz am 1. Mai steigen Ölpreise, während Raffineriebelastungen die Ergebnisse drücken.

- Joint Venture-Anteil an Petroindependencia erhöht
- Erschließungsrechte für Ayacucho 8 gesichert
- Quartalsdividende auf 1,78 US-Dollar angehoben
- Analysten heben Kursziele an
Öffentlich fordert Chevron-Chef Mike Wirth weitreichendere Reformen im venezolanischen Ölsektor. Hinter den Kulissen weitet der US-Energiekonzern seine Präsenz in dem südamerikanischen Land jedoch massiv aus. Dieser strategische Spagat prägt die Tage vor der mit Spannung erwarteten Quartalsbilanz.
Seit dem Sturz von Nicolás Maduro im Januar 2026 ordnet die neue Interimsregierung die Ölpolitik Venezuelas neu. Wirth lobte die jüngsten Gesetzesänderungen am Sonntag im US-Fernsehen als positiven Schritt. Für einen echten Investitionsboom reicht das aktuelle Umfeld laut dem CEO allerdings nicht aus.
Ungeachtet der öffentlichen Skepsis treibt Chevron die eigene Expansion voran. Mitte April einigte sich das Unternehmen mit dem staatlichen Ölkonzern PDVSA auf einen Tausch von Vermögenswerten. Dadurch steigt der Anteil am Joint Venture Petroindependencia auf 49 Prozent. Parallel dazu sicherte sich eine Chevron-Tochter die Erschließungsrechte für das Gebiet Ayacucho 8 im Orinoco-Ölgürtel.
Vorzeichen für die Quartalsbilanz
Am 1. Mai legt Chevron die Zahlen für das abgelaufene Quartal vor. Das Management rechnet mit gegenläufigen Effekten. Im Fördergeschäft dürften höhere Rohstoffpreise das Ergebnis um rund zwei Milliarden US-Dollar beflügeln. Die tägliche Produktion liegt voraussichtlich bei knapp 3,9 Millionen Barrel Öläquivalent.
Im Raffinerie- und Vertriebsgeschäft belasten indes buchhalterische Stichtagseffekte die Bilanz. Hier kalkuliert der Konzern mit negativen Auswirkungen in Milliardenhöhe. Aktionäre profitieren derweil von einer angehobenen Quartalsdividende auf 1,78 US-Dollar je Aktie. Das markiert die 39. jährliche Erhöhung in Folge.
Analysten blicken auf den Ölpreis
Geopolitische Spannungen im Nahen Osten stützen aktuell den gesamten Energiesektor. Im vorbörslichen Handel am Montag legte die Chevron-Aktie leicht zu. Analysten zeigen sich im Vorfeld der Quartalszahlen überwiegend optimistisch. Mizuho hob das Kursziel auf 225 US-Dollar an und verwies auf das starke Potenzial beim freien Cashflow.
RBC Capital schraubte die Zielmarke auf 220 US-Dollar nach oben und bestätigte die Einstufung „Outperform“. TD Cowen agiert vorsichtiger. Die Experten senkten ihr Kursziel auf 204 US-Dollar und behielten ihr „Hold“-Rating bei, da sie kurzfristigen Gegenwind bei den Gewinnen erwarten.
Die anstehende Bilanzpräsentation am 1. Mai liefert den nächsten harten Datenpunkt. Dann wird sichtbar, inwieweit die gestiegenen Ölpreise die operativen Ausfälle in einigen Förderregionen kompensieren. Mit den angepeilten strukturellen Kostensenkungen von bis zu vier Milliarden US-Dollar bis Jahresende hat das Management den Rahmen für die künftige Profitabilität bereits festgesteckt.
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