Chevron: $2,7–3,7 Mrd. Timing-Effekte in Q1-Bilanz

Sinkende Ölpreise und Kapitalabflüsse setzen Chevron-Aktie zu. Operative Erfolge in Australien und Venezuela stehen Milliardenbelastungen gegenüber.

Die Kernpunkte:
  • Ölpreisrückgang drückt auf Aktienkurs
  • Institutionelle Anleger ziehen Kapital ab
  • LNG-Anlage in Australien wieder voll aktiv
  • Milliardenbelastung durch Sondereffekte erwartet

Der Ölpreis sinkt, und mit ihm die Chevron-Aktie. Nach einem starken Jahresauftakt kühlt das Papier des Energiekonzerns spürbar ab. Die geopolitische Risikoprämie im Ölmarkt schmilzt. Das spüren Anleger nun im Depot.

Ölpreis fällt, Investoren rotieren

Im April erreichte die Sorte Brent in der Spitze über 138 US-Dollar. Inzwischen notiert das Fass bei rund 103 Dollar. Diese Korrektur drückt direkt auf die Margen von Chevron. Parallel dazu schichten institutionelle Investoren ihr Kapital um. Sie ziehen Gelder aus dem Energiesektor ab und investieren in KI-Infrastruktur.

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So reduzierte der Vermögensverwalter Calamos Wealth Management seine Chevron-Position kürzlich um 18 Prozent. An der Börse spiegelt sich dieser Trend wider. Am Freitag schloss die Aktie bei 157,46 Euro. Auf Sicht von einem Monat verzeichnet das Papier damit ein Minus von gut elf Prozent.

Trotz der jüngsten Schwäche bleibt die Bilanz positiv. Seit Januar steht ein Plus von gut 18 Prozent auf der Kurstafel. Charttechnisch rutschte der Wert zuletzt unter seinen 50-Tage-Durchschnitt. Eine wichtige Unterstützung wartet nun bei rund 142 Euro.

Operative Fortschritte in Australien und Venezuela

Abseits der Börsenkurse meldet das Management handfeste operative Erfolge. Die LNG-Anlage Wheatstone in Australien produziert nach einem Zyklonschaden wieder unter Volllast. Das sichert dem Konzern wichtige Einnahmen im globalen Gasgeschäft.

In Südamerika ordnet Chevron derweil seine Beteiligungen neu. Das Unternehmen tauschte strategische Vermögenswerte mit der staatlichen Petróleos de Venezuela. Damit stärkt der US-Konzern seine Position bei der Schwerölförderung im Orinoco-Gürtel. Das Ziel: Die langfristige Produktion soll trotz des schwierigen regulatorischen Umfelds steigen.

Milliardenbelastung im ersten Quartal

Am 1. Mai legt Chevron seine Zahlen für das Auftaktquartal vor. Der Vorstand warnte bereits vor negativen Sondereffekten. Buchhalterische Verschiebungen und Bewertungsverluste bei Derivaten belasten das Ergebnis. Das Management rechnet hier mit Einbußen von bis zu 3,7 Milliarden US-Dollar nach Steuern.

Hinzu kommt eine Rückstellung für Rechtsstreitigkeiten. Für bereits eingestellte Geschäftsbereiche verbucht der Konzern knapp 400 Millionen Dollar. Analysten senkten daraufhin ihre Kursziele leicht. Im Schnitt sehen sie den fairen Wert der Aktie nun bei 198 Dollar und raten zum Kauf.

Beim kommenden Quartalsbericht rückt ein weiteres Detail in den Fokus. Chevron will seine Kostenstrukturen verschlanken. Der Konzern plant jährliche Einsparungen von bis zu vier Milliarden Dollar. Am Mittwoch muss das Management belegen, wie schnell diese Kürzungen die sinkenden Ölpreise abfedern können.

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