Chevron Aktie: 2,67 Gigawatt für Microsoft
Chevron sichert sich einen 20-jährigen Stromliefervertrag mit Microsoft und übertrifft bei der Hess-Integration die Synergieziele deutlich. Die Aktie profitiert von der positiven Entwicklung.

- 20-jähriger Stromliefervertrag mit Microsoft
- Hess-Synergien übertreffen Erwartungen deutlich
- Aktionäre erhalten 6,5 Milliarden Dollar zurück
- Aktie zeigt stabilen Aufwärtstrend
Chevron verkauft nicht mehr nur Öl. Der Energiekonzern liefert künftig Strom für künstliche Intelligenz – und hat aus der Hess-Übernahme mehr Synergien herausgeholt als geplant. Die Aktie schloss am Freitag bei 170,90 Euro, ein Plus von 2,36 Prozent.
Strom für Microsofts Rechenzentren
Chevron hat einen 20-jährigen Stromliefervertrag mit Microsoft unterschrieben. Der Konzern liefert 2,67 Gigawatt Strom direkt an ein Microsoft-Rechenzentrum in West-Texas, ohne Umweg über das öffentliche Netz. Möglich macht das die riesige Infrastruktur im Perm-Becken.
CEO Mike Wirth sieht sein Unternehmen in einer einzigartigen Position. Chevron könne den Energiehunger der Tech-Branche stillen und dabei stabile Cashflows erzeugen. Der Deal öffnet dem Konzern eine neue Einnahmequelle jenseits des klassischen Rohstoffgeschäfts.
Hess-Integration läuft schneller als geplant
Gut ein Jahr nach der Übernahme von Hess zieht Chevron eine positive Bilanz. Der Konzern hat bereits 1,5 Milliarden Dollar an jährlichen Synergien erreicht – 50 Prozent mehr als ursprünglich angepeilt, und das sechs Monate früher als geplant.
Die ehemaligen Hess-Assets treiben das operative Geschäft an. Der freie Cashflow stieg im zweiten Quartal auf 15,4 Milliarden Dollar. Nach Angaben des Managements erwirtschaften diese Assets aktuell etwa doppelt so viel freien Cashflow, wie die durch den Zusammenschluss zusätzlich anfallenden Dividenden kosten.
Kapitalrückflüsse trotz teurer Wachstumsprojekte
Chevron hält das Tempo bei Ausschüttungen hoch. Im zweiten Quartal flossen 6,5 Milliarden Dollar an Aktionäre zurück, aufgeteilt in 3,5 Milliarden Dollar Dividenden und 3 Milliarden Dollar Aktienrückkäufe. Trotz kapitalintensiver Expansionsprojekte baute der Konzern seine Schulden im gleichen Zeitraum um 8,4 Milliarden Dollar ab.
Die Investitionen für 2026 dürften sich am unteren Ende der Spanne von 18 bis 19 Milliarden Dollar einpendeln. Besonders im Perm-Becken sinken die Kosten: Dank effizienterer Bohr- und Fertigstellungstechnik rechnet Chevron dort mit rund 25 Prozent weniger Ausgaben als 2025.
Chart zeigt Aufwärtstrend ohne Überhitzung
Der Kurs liegt inzwischen 13,39 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 150,72 Euro – ein Zeichen für den intakten längerfristigen Trend. Der RSI steht bei 65,1 und signalisiert starken Aufwärtsdruck, ohne die Aktie bereits als überkauft einzustufen. Zum Rekordhoch von 187,32 Euro aus Ende März fehlen noch 8,77 Prozent.
Ein weiterer Wachstumstreiber liegt in Venezuela. Analysten rechnen dort mit einer Produktionssteigerung von 25 bis 30 Prozent gegenüber Mitte 2026 – vorausgesetzt, das bestehende Sanktionsregime lässt das zu. Genau diese Bedingung macht den Ausblick für das Venezuela-Geschäft zur größten Unsicherheit im sonst soliden Zahlenbild.
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