Chevron Aktie: Block 4B in Guinea-Bissau übernommen

Chevron verhandelt über zusätzliche Schwerölfelder in Venezuela, meldet einen Fund vor Angola und erhält unterschiedliche Kurszielbewertungen.

Die Kernpunkte:
  • Chevron verhandelt über Venezuelas Schwerölfelder
  • CABGOC entdeckt Kohlenwasserstoffe vor Angola
  • Morgan Stanley erhöht Chevron-Kursziel
  • Neuer Treasurer übernimmt im November

Der US-Energiekonzern Chevron steht Medienberichten zufolge kurz vor einem bedeutenden Ausbau seiner Aktivitäten in Venezuela. Wie am Freitag bekannt wurde, verhandelt das Unternehmen über ein milliardenschweres Expansionsgeschäft, um zwei weitere Schwerölfelder in bereits bestehende Joint Ventures zu integrieren.

Diese Entwicklung ist strategisch besonders brisant, da Chevron derzeit als einziger großer US-Ölkonzern in dem südamerikanischen Land aktiv ist und bereits rund 20 Prozent der dortigen Ölproduktion verantwortet.

Parallel dazu verfolgt die US-Regierung unter Donald Trump Bestrebungen, eine stärkere Kontrolle über die venezolanischen Reserven zu erlangen, die auf über 65 Milliarden Barrel geschätzt werden.

Explorationserfolge vor der Küste Angolas

Flankiert wird die Expansionsstrategie in Südamerika durch operative Erfolge auf dem afrikanischen Kontinent. Die Tochtergesellschaft Cabinda Gulf Oil Company Limited (CABGOC) bestätigte am 17. August eine bedeutende Öl- und Gaskondensat-Entdeckung im Block 0 vor der Küste Angolas. Die Explorationsbohrung 105-4X stieß dabei auf eine 600 Meter dicke Kohlenwasserstoff-Säule.

Chevron plant, diesen Fund kosteneffizient über sogenannte Tie-Back-Verbindungen an bestehende Plattformen anzuschließen. Dies ist Teil einer umfassenderen Strategie für Subsahara-Afrika, die eine regionale Fördermenge von rund 300.000 Barrel Öläquivalent pro Tag anvisiert.

Ergänzend dazu schloss der Konzern Mitte August die Übernahme des Blocks 4B in Guinea-Bissau ab und bereitet derzeit eine weitere Explorationsbohrung in Namibia vor, die noch vor Jahresende erfolgen soll.

Marktbeobachter bewerten Kursziele neu

Das Marktumfeld für den integrierten Ölriesen bleibt dynamisch. Die Aktie konnte heute um 1,3 % zulegen und notiert bei 176,70 Euro. Im bisherigen Jahresverlauf zeigt sich eine deutliche Aufwärtstendenz, wobei das Wertpapier seit Jahresbeginn um 37 % gestiegen ist. Analysten bewerten die Aussichten des Konzerns unterdessen unterschiedlich, sehen aber überwiegend Potenzial.

So hob Morgan Stanley am 19. August das Kursziel für Chevron von 210 auf 218 US-Dollar an und behielt die Einstufung „Overweight“ bei. Die Experten begründeten dies mit der relativen Unterbewertung integrierter Ölkonzerne gegenüber reinen Raffineriebetreibern trotz stabiler Fundamentaldaten. Wenige Tage zuvor, am 17. August, senkte hingegen das Analysehaus Barclays das Kursziel leicht von 216 auf 208 US-Dollar.

Management-Wechsel und Insider-Verkäufe

Innerhalb der Führungsebene kommt es zum Ende des Jahres zu einer personellen Veränderung. Uriel Oseguera wurde zum neuen Treasurer gewählt und wird diesen Posten zum 1. November übernehmen. Er folgt auf Navin Mahajan, der nach rund 30 Jahren im Unternehmen in den Ruhestand geht. Oseguera berichtet künftig direkt an die Finanzvorständin Eimear Bonner.

Zuletzt verzeichnete das Unternehmen zudem mehrere Aktienverkäufe durch Mitglieder der Geschäftsführung. Unter anderem veräußerte CEO Michael K. Wirth am 14. August ein größeres Aktienpaket im Wert von rund 63,6 Millionen US-Dollar. Auch weitere Führungskräfte aus den Bereichen New Energies und Downstream trennten sich im August von Anteilen.

Solche Transaktionen sind nach starken Quartalszahlen, wie sie Chevron Ende Juli mit einem deutlichen Gewinn- und Umsatzplus vorlegte, oft auf individuelle Liquiditätsplanung oder steuerliche Gründe zurückzuführen. Die nächsten detaillierten Einblicke in die Geschäftsentwicklung werden für den 23. Oktober erwartet, wenn der Konzern seine Ergebnisse für das dritte Quartal präsentiert.

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