Chevron Aktie: Insider Hess verkauft 73,4 Millionen

Chevron trotzt politischem Druck mit starken Quartalszahlen, während Insider Aktien verkaufen und Analysten optimistisch bleiben.

Die Kernpunkte:
  • Analysten heben Kursziel an
  • Newsom ruft zu Boykott auf
  • Insider verkaufen Millionen Aktien
  • Großinvestoren erhöhen Anteile

Chevron steckt in einer Zwickmühle. Die Analysten werden optimistischer, doch an der politischen Heimatfront brennt es. Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom hat die Öffentlichkeit gegen den Konzern mobilisiert – und ein Teil der Führungsriege verkauft parallel Aktien in Millionenhöhe.

Analysten bleiben zuversichtlich

Morgan-Stanley-Analyst Devin McDermott hob das Kursziel für Chevron auf 214 Dollar an – von zuvor 212. Das „Overweight“-Rating bleibt bestehen. Im Schnitt taxieren die Analysten die Aktie auf 204,22 Dollar, die Bewertung lautet „Moderate Buy“.

Das jüngste Quartalsergebnis untermauert diese Einschätzung. Chevron lieferte 1,41 Dollar Gewinn je Aktie ab – die Analysten hatten nur mit einem Dollar gerechnet. Der Umsatz von 47,56 Milliarden Dollar verfehlte die Erwartungen allerdings knapp. Die Aktie notiert aktuell bei 164,82 Euro, gut 23 Prozent über dem Jahresstart.

Newsom geht auf Konfrontation

Gouverneur Newsom rief die Kalifornier dazu auf, Chevron-Tankstellen zu meiden. Der Vorwurf: Der Konzern verlange 60 bis 80 Cent mehr pro Gallone als unabhängige Anbieter. Chevron kontert mit einer Rechnung: Allein die kalifornischen Klimaabgaben und Steuern summierten sich auf rund 70 Cent pro Gallone – die Preisdifferenz sei also politisch verursacht.

Der Streit trifft Chevron in einem angespannten Marktumfeld. Die Ölpreise bleiben hoch, belastet durch Lieferkettenrisiken im Nahen Osten und die Schließung der Straße von Hormuz.

Insiderverkäufe und institutionelle Käufe

Auffällig: Direktor John B. Hess veräußerte am 20. Mai 380.000 Aktien zu 193,20 Dollar – ein Volumen von 73,4 Millionen Dollar. Innerhalb der vergangenen 90 Tage haben Chevron-Insider insgesamt knapp 1,18 Millionen Aktien verkauft.

Gleichzeitig stockten Großinvestoren auf. Vanguard erhöhte seinen Anteil um 17,9 Prozent, State Street um 9,1 Prozent. Der Hedgefonds GSA Capital Partners eröffnete eine neue Position im Wert von rund 909.000 Dollar.

Ausblick

Operativ treibt Chevron die nächste Generation des „Techron“-Additivs an den Markt, das bis zu 100 Prozent schädlicher Motorablagerungen entfernen soll. Daneben hält der Konzern 27 Prozent am Tiefsee-Projekt Owowo vor Nigeria.

Am 10. Juni folgt die nächste Dividende: 1,78 Dollar je Aktie. Bis dahin bleibt der Newsom-Konflikt der dominierende Kurstreiber – und die Frage, ob weitere Insiderverkäufe folgen. An der aktuellen Bewertung mit 14 Prozent über der 200-Tage-Linie ist das Kalifornien-Risiko noch nicht eingepreist.

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