Chevron Aktie: Neue Risiken

Chevron sieht sich nach Offshore-Deal in Griechenland mit Protesten der Türkei konfrontiert, während Analysten die Aktie aufgrund einer offensiveren Explorationsstrategie empfehlen.

Die Kernpunkte:
  • Proteste der Türkei gegen neue Offshore-Lizenzen
  • Analysten stufen auf 'Buy' und heben Kursziel an
  • Robuste Quartalszahlen und Dividendenerhöhung
  • Generationswechsel in der Konzernführung steht an

Chevron will im östlichen Mittelmeer wachsen – und fängt sich prompt geopolitischen Gegenwind ein. Gleichzeitig bekommen Anleger Rückenwind von der Analystenseite: Melius Research wird optimistischer und hebt das Kursziel deutlich an. Wie passt das zusammen – und was steckt hinter der Gemengelage?

Streit um Griechenland-Deal

Auslöser der aktuellen Spannungen ist ein neuer Offshore-Deal in Griechenland. Am 16. und 17. Februar unterschrieb ein Konsortium unter Führung von Chevron (70% Anteil, Betreiber) und HELLENiQ ENERGY (30%) Leasingverträge mit der griechischen Regierung für vier Explorationsblöcke: South Crete 1 & 2, South of Peloponnese und Block A2. Insgesamt geht es um rund 47.000 Quadratkilometer in ultra-tiefem Wasser.

Heute hat die Türkei formell protestiert und die Genehmigung der Aktivitäten südlich von Kreta als „einseitige Provokation“ bezeichnet. Ankara argumentiert, die Blöcke überschneideten sich mit Grenzen des Kontinentalschelfs, die in einem umstrittenen Seeabkommen zwischen der Türkei und Libyen aus dem Jahr 2019 festgelegt worden seien. Griechenland wies das zurück und verweist auf seine Rechte nach dem UN-Seerechtsübereinkommen (UNCLOS).

Für Chevron ist das Abkommen vor allem eine langfristige Positionierung im östlichen Mittelmeer, wo der Konzern bereits Assets vor Israel und Zypern hält. Zunächst sollen 2D- und 3D-Seismikdaten erhoben werden, um das Kohlenwasserstoff-Potenzial zu bewerten. Die Ratifizierung durch das griechische Parlament steht noch aus.

Analysten werden offensiver

Trotz der politischen Nebengeräusche hat Melius Research diese Woche von „Hold“ auf „Buy“ hochgestuft und das Kursziel auf 205 US-Dollar angehoben. Begründet wird das mit einer offensiveren Explorationsstrategie und Portfolio-Optimierung.

Der Analyst verweist auf eine Ausweitung der Flächen („acreage“) um 50% sowie Pläne für 10 bis 15 Explorationsbohrungen in Regionen mit hohem Potenzial – darunter Namibia, Suriname, Brasilien und der Golf von Mexiko. Zusätzlich sieht Melius positive Entwicklungen in Venezuela: Dort liege die Produktion bei etwa 250.000 Barrel pro Tag und könne sich bis 2030 – abhängig vom regulatorischen Umfeld – potenziell verdoppeln.

Ein weiterer Baustein der optimistischen Sicht: die Integration der Hess-Übernahme, die Mitte 2025 abgeschlossen wurde. Sie soll Chevrons Position in Guyana und im US-Schiefergeschäft stärken.

Operativ solide – und ein Umbau an der Spitze

An der Börse hat sich der Titel zuletzt stark gezeigt: Mit 157,48 Euro markiert die Aktie heute ein neues 52‑Wochen-Hoch. Rückenwind liefert auch das Unternehmen selbst: Für das vierte Quartal 2025 meldete Chevron robuste Zahlen mit bereinigtem Gewinn von 3,0 Milliarden US-Dollar. Zudem wurde die Quartalsdividende um 4% auf 1,78 US-Dollar je Aktie erhöht – es ist das 39. Jahr in Folge mit einer Dividendenerhöhung.

Parallel läuft ein größerer Führungswechsel an. Mehrere langjährige Führungskräfte, darunter Frank Mount (Business Development) und Patricia Leigh (Supply & Trading), sollen 2026 in den Ruhestand gehen. Nachfolger wie Jake Spiering und Molly Laegeler stehen für einen Generationswechsel, während das Unternehmen seine Strategie „value over volume“ weiter umsetzt. Konkret terminiert ist zudem der Start von Kevin Lyon als Chief Strategy Officer zum 1. März 2026.

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