Chevron Aktie: Öl-Entdeckung in Block 0 vor Angola
Chevron verzeichnet Öl- und Gasfunde vor Angola, während Top-Manager Aktien verkaufen. Analysten zeigen sich mit gemischten Kurszielen.

- Top-Manager veräußern Chevron-Aktien
- Neue Ölentdeckung vor Angola
- Übernahme in Guinea-Bissau abgeschlossen
- Quartalsgewinn übertrifft Analystenerwartungen
Der US-Energiekonzern Chevron rückt derzeit durch eine Kombination aus operativen Fortschritten im Ausland und signifikanten Aktientransaktionen aus der eigenen Führungsebene in den Fokus.
Während das Unternehmen einen neuen Erfolg bei der Exploration vor der afrikanischen Küste meldet, nutzten mehrere Top-Manager die Kursentwicklung der vergangenen Monate für Veräußerungen ihrer Anteile. Anleger beobachten zudem die jüngsten Anpassungen bei den Kurszielen führender Analysehäuser.
Führungskräfte veräußern Aktienanteile
In den vergangenen Wochen meldeten mehrere hochrangige Führungskräfte von Chevron Verkäufe von Aktienpaketen über die US-Börsenaufsicht SEC. Michael K. Wirth, der als Chairman und CEO fungiert, veräußerte bereits am 5. August insgesamt 5.547 Anteile für eine Summe von über einer Million US-Dollar.
Anfang letzter Woche folgten weitere Meldungen: Andrew Benjamin Walz, President für den Bereich Downstream, Manufacturing & Chemicals, übte Optionen für 16.800 Aktien aus und verkaufte diese zu einem Durchschnittspreis von rund 201,06 US-Dollar.
Parallel dazu veräußerte Chief Legal Officer R. Hewitt Pate am Dienstag letzter Woche 2.470 Aktien im Wert von rund 506.619 US-Dollar. Auch Jeff B. Gustavson, President für den Bereich New Energies, trennte sich am 11. August von 14.044 Stammaktien, nachdem er zuvor entsprechende Optionen ausgeübt hatte.
Solche Transaktionen sind in der Branche nicht ungewöhnlich, werden jedoch oft als Indikator für die interne Einschätzung des aktuellen Bewertungsniveaus gewertet. Die Aktie notiert mit einem Schlusskurs von 172,16 Euro am gestrigen Mittwoch weiterhin deutlich über ihrem 200-Tage-Durchschnitt und weist einen Abstand von 12 Prozent zu dieser langfristigen Trendlinie auf.
Operative Erfolge in Angola und Guinea-Bissau
Trotz der Verkäufe auf Führungsebene meldet Chevron operativ positive Nachrichten aus dem afrikanischen Raum. Wie das Unternehmen mitteilte, bestätigte die Tochtergesellschaft Cabinda Gulf Oil Company Limited eine neue Öl- und Gaskondensat-Entdeckung vor der Küste Angolas.
Die Funde stammen aus der Explorationsbohrung 105-4X im sogenannten Block 0. Dieser Erfolg unterstreicht die Strategie des Konzerns, seine Ressourcenbasis in bewährten Fördergebieten gezielt zu erweitern.
Ergänzend dazu schloss Chevron Mitte August die Übernahme von Block 4B in Guinea-Bissau ab. Diese Akquisitionen und Entdeckungen stärken die langfristige Förderpipeline des Konzerns. Flankiert werden diese Maßnahmen durch personelle Weichenstellungen in der Finanzverwaltung.
Am 11. August gab das Unternehmen bekannt, dass Uriel Oseguera mit Wirkung zum 1. November zum neuen Treasurer gewählt wurde. Er tritt die Nachfolge von Navin Mahajan an, der nach fast drei Jahrzehnten im Unternehmen in den Ruhestand geht.
Starke Quartalsbilanz und Analysten-Echo
Die finanzielle Basis für die aktuelle Expansion legte Chevron mit einem robusten zweiten Quartal. Medienberichten zufolge übertraf der Konzern mit einem Gewinn je Aktie (EPS) von 6,06 US-Dollar die Erwartungen der Analysten, die im Schnitt von 5,55 US-Dollar ausgegangen waren.
Auch der Umsatz lag mit 67,20 Milliarden US-Dollar über den Prognosen. Besonders hervorzuheben ist der Abbau der Schulden um 8,4 Milliarden US-Dollar in diesem Zeitraum. Für die Aktionäre zahlte sich die Lage zudem durch die am vergangenen Mittwoch ex-Dividende gehandelte Quartalsausschüttung von 1.78 US-Dollar je Aktie aus.
Die Analysten bewerten die Aussichten des Konzerns derzeit nuanciert. Am vergangenen Donnerstag hob Morgan Stanley das Kursziel für die Chevron-Aktie von 210 auf 218 US-Dollar an. Im Gegensatz dazu senkten die Experten von Barclays ihr Ziel am Montag letzter Woche von 216 auf 208 US-Dollar.
Im bisherigen Jahresverlauf zeigt der Wert dennoch eine starke Tendenz: Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Plus von 34 Prozent. Neben dem klassischen Ölgeschäft setzt Chevron zudem auf Kooperationen im Technologiesektor. So besteht seit dem zweiten Quartal eine 20-jährige Vereinbarung mit Microsoft zur Energieversorgung eines Rechenzentrums in West-Texas.
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