Chevron Aktie: Sichert neue Lizenzen in Nigeria

Chevron erneuerte Lizenzen in Nigeria und vereinbarte mit Petrovietnam eine Zusammenarbeit, deren konkrete Liefertermine noch offen sind.

Die Kernpunkte:
  • Neue Beteiligungen an nigerianischen Förderblöcken
  • Tiefseevorhaben und zusätzliche Bohrungen geplant
  • Rahmenabkommen mit Petrovietnam unterzeichnet
  • Chevron-Aktie seit Jahresbeginn 40 Prozent höher

Der US-Energiekonzern Chevron forciert seine Förder- und Explorationsaktivitäten vor der westafrikanischen Küste. Anlässlich des nigerianischen Unabhängigkeitstags bekräftigte das Unternehmen gestern seine langfristigen Pläne im Land. Im Mittelpunkt stehen dabei umfangreiche Vorhaben im Tiefseebereich sowie die Weiterentwicklung bestehender Förderstrukturen.

Tiefseeprojekte und neue Lizenzen in Nigeria

Seit dem Inkrafttreten des Petroleum Industry Act im Jahr 2021 hat der Konzern wesentliche Joint-Venture- und Tiefsee-Lizenzen erneuert oder umgewandelt.

Neben neuen Funden an den Standorten Meji NW-1, Delta South AA und Awodi-07 sicherte sich das Unternehmen Beteiligungen an den Blöcken PPL 2000 und PPL 2001. Zudem erwarb die Gesellschaft die Lizenz PPL 2010 und verlängerte die Vereinbarung für OPL 215.

In der operativen Umsetzung zielen die Planungen vor allem auf große Tiefsee-Vorhaben wie Bonga Southwest/Aparo sowie Owowo/Usan ab. Ergänzend sind Infill-Bohrungen am Agbami-Feld sowie am Usan-Hub vorgesehen. Neben der Ölförderung bleibt die regionale Infrastruktur ein Schwerpunkt: Über die rund 700 Kilometer lange West African Gas Pipeline wird Erdgas aus Nigeria nach Benin, Togo und Ghana transportiert.

Strategische Initiativen in Asien und Lateinamerika

Parallel zu den Aktivitäten in Westafrika treibt der Konzern neue Partnerschaften in Asien voran. In Vietnam schloss das Unternehmen eine Rahmenvereinbarung mit der staatlichen Petrovietnam. Der Pakt umfasst eine Kooperation bei Rohöl, verflüssigtem Erdgas (LNG), Flüssiggas (LPG) sowie Raffinerieeinsatzstoffen.

Mögliche gemeinsame Projekte erstrecken sich zudem auf Import- und Speicherinfrastruktur, Finanzierungsfragen und Technologien zur Emissionsminderung. Konkrete Lieferzeitpläne oder finanzielle Details gaben die Partner bisher nicht bekannt.

Die Initiativen fügen sich in eine Serie weltweiter Abkommen ein. Vor rund einem Monat unterzeichnete Chevron eine Vereinbarung mit Ghana zum Offshore-Block South Deepwater Tano Cape Three Points. Vor gut drei Wochen baute der Konzern zudem sein Venezuela-Geschäft aus, wo Investitionen von mehr als 7 Milliarden US-Dollar über fünf Jahre und eine Ausweitung der Förderung auf rund 600.000 Barrel pro Tag anvisiert werden.

An den Finanzmärkten schlägt sich die operative Aufstellung im laufenden Turnus nieder: Die Aktie ging gestern bei 180,82 Euro aus dem Handel und verzeichnet seit Jahresanfang ein Plus von 40 Prozent. Bis zum 52-Wochen-Hoch von 189,42 Euro verbleibt ein Abstand von 4,5 Prozent.

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