Chevron Aktie: Vaca-Muerta-Wette
Drei Bohranlagen am El Trapial sollen Chevrons Argentinien-Ziel stützen; höhere Kosten und politische Unsicherheit bleiben Herausforderungen.

- Zweite Bohranlage für Juni 2027 vorgesehen
- Dritte Anlage soll Anfang 2029 folgen
- Investitionsplan über 13,8 Milliarden Dollar eingereicht
- Bohrungen kosten rund 30 Prozent mehr
In einem windigen, abgelegenen Ölfeld in Argentinien will Chevron das Permian-Rezept kopieren. US-Personal, US-Ausrüstung und US-Know-how sollen die Vaca-Muerta-Formation endlich auf Touren bringen, an der sich schon viele Produzenten die Zähne ausgebissen haben. Die Aktie legte am Freitag zum US-Handelsstart um 2,20 Prozent zu und zählte damit zu den stärksten Werten im Dow Jones.
Von einer auf drei Bohranlagen
Am Block El Trapial will der Konzern die Zahl der Bohranlagen von einer auf drei erhöhen. Die zweite soll im Juni 2027 kommen, die dritte Anfang 2029. Dann könnte ein Fracking-Team dauerhaft vor Ort arbeiten, statt wie bisher nur zeitweise. Genau das gilt als Schlüssel des Shale-Booms im Permian-Becken.
Chevron hatte 2025 angekündigt, die Produktion in Argentinien bis 2035 auf 195.000 Barrel Öläquivalent pro Tag zu verdreifachen. Shale-Chef Gerbert Schoonman hält es für möglich, dieses Ziel ein bis zwei Jahre früher zu erreichen. „Ich bin zu 100 Prozent überzeugt“, sagt er mit Blick auf den Vaca-Muerta-Verlauf im Vergleich zum Permian.
Langfristig läuft ein Genehmigungsverfahren: Chevron hat im Juni einen Investitionsplan über 13,8 Milliarden Dollar für El Trapial eingereicht. Er erstreckt sich über 30 Jahre. Zudem will der Konzern die Konzession für den westlichen Teil über 2032 hinaus verlängern.
Hohe Kosten, politisches Risiko
Einfach wird das nicht. Eine Bohrung kostet in Vaca Muerta rund 30 Prozent mehr als im Permian, auch wenn die bessere Ölergiebigkeit einen Teil der Lücke schließt. Der Fracking-Sand reist per Lkw knapp 2.000 Kilometer aus der Region nördlich von Buenos Aires an, weil lokale Quellen bislang nicht überzeugen.
Hinzu kommt die Politik. Präsident Javier Milei hat mit seinen Reformen den Ölboom beschleunigt. Laut Wood Mackenzie dürfte Argentinien bis 2028 Guyana als drittgrößten Flüssigkeitsproduzenten Südamerikas überholen.
Die Beratungsfirma verweist aber auch darauf, dass Investoren die Stabilität dieser Reformen langfristig kritisch prüfen. Selbst bei einem Machtwechsel 2027 gelten die Energiepolitik-Risiken als begrenzt, da Öl und Gas für die Wirtschaft zu wichtig sind.
Kleiner Baustein im Gesamtbild
Gemessen am Konzern bleibt Argentinien überschaubar. El Trapial fördert derzeit 40.000 Barrel Öläquivalent pro Tag und gehört Chevron komplett. An Loma Campana, wo rund 110.000 Barrel anfallen, und am noch nicht produzierenden Narambuena hält Chevron je 50 Prozent, Betreiber ist YPF. Allein im Permian fördert Chevron etwa eine Million Barrel täglich.
Der nächste konkrete Meilenstein ist die zweite Bohranlage im Juni 2027.
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