Chevron Aktie: Wettrennen um Venezuela

Chevron hat Vereinbarungen zum Ausbau bestehender Venezuela-Projekte geschlossen, während ExxonMobil über eine Rückkehr verhandelt und Details offenbleiben.

Die Kernpunkte:
  • Chevron baut bestehende Projekte in Venezuela aus
  • ExxonMobil verhandelt über regionale Rückkehr
  • ConocoPhillips fordert elf Milliarden Dollar
  • Vertragsdetails zum Öl-Deal bleiben offen

Venezuela wird zum Schauplatz eines neuen Wettlaufs unter den großen Öl-Konzernen — und Chevron hat sich früh positioniert. Während ExxonMobil erst jetzt über eine Rückkehr in die Orinoco-Region verhandelt, hat Chevron gemeinsam mit dem italienischen Konzern Eni bereits Anfang September finale Vereinbarungen mit der Regierung in Caracas geschlossen, um bestehende Projekte auszubauen und die Ölförderung im Land zu steigern.

Der Unterschied zwischen den beiden US-Rivalen könnte kaum größer sein. Exxon hatte Venezuela vor knapp zwei Jahrzehnten nach der Verstaatlichung seiner Ölprojekte unter Hugo Chávez verlassen und zeigte sich lange skeptisch — Konzernchef Darren Woods bezeichnete das Land noch vor Kurzem als „uninvestierbar“.

Chevron dagegen blieb über die Jahre der Sanktionen hinweg präsent und konnte seine Position nun ausbauen, während Wettbewerber wie Exxon oder ConocoPhillips erst aufholen müssen. ConocoPhillips blockiert Gespräche sogar komplett, bis rund elf Milliarden Dollar an Entschädigungen aus früheren Enteignungen beglichen sind.

Politisches Kapital und private Investments

Die Venezuela-Öffnung geht auf die Politik der US-Regierung zurück, die Investitionen amerikanischer Firmen im Land aktiv fördert und gleichzeitig den Einfluss von Wettbewerbern aus Russland und China zurückdrängen will.

Auffällig dabei: Chevron zählt zu den größten Einzelpositionen im privaten Aktienportfolio von US-Präsident Donald Trump, neben ExxonMobil. Sein Öl- und Gas-Engagement wird auf einen zweistelligen Millionenbetrag geschätzt und hatte im Zuge steigender Ölpreise durch den Iran-Konflikt und die Blockade der Straße von Hormus spürbar an Wert gewonnen.

Kritiker sehen darin einen möglichen Interessenkonflikt zwischen geopolitischen Entscheidungen und privaten Kursgewinnen. Das Weiße Haus verweist dagegen auf unabhängige Vermögensverwalter, die ohne direkte Order des Präsidenten handelten.

Für Chevron selbst ändert das wenig an der fundamentalen Ausgangslage: Das Unternehmen sitzt an einer der aussichtsreichsten Positionen im ressourcenreichsten Ölgebiet der Welt, während die Konkurrenz noch um den Wiedereinstieg verhandelt.

Wie sich der von der US-Regierung verhandelte Öl-Deal mit Venezuela, der Zugriff auf mehr als 65 Milliarden Barrel Reserven sichern soll, konkret auf die Förderrechte der beteiligten Konzerne auswirkt, dürfte sich in den kommenden Monaten zeigen, sobald weitere Details zu den Vertragsbedingungen bekannt werden.

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