Chevron Aktie: Zugriff auf Riesen-Ölfeld?

Chevron könnte durch die Übernahme der Betriebsführung des irakischen Ölfelds West Qurna 2 seine globale Marktposition massiv stärken und die Produktion deutlich ausbauen.

Die Kernpunkte:
  • Exklusive Verhandlungen über Betriebsführung im Irak
  • Produktion könnte auf 800.000 Barrel pro Tag steigen
  • Strategischer Zug nach Rückzug von Lukoil
  • Aktie erreicht neues 52-Wochen-Hoch

Chevron plant einen bedeutenden strategischen Schritt im Nahen Osten und könnte seine globale Marktstellung massiv ausbauen. Der US-Energieriese verhandelt derzeit exklusiv über die Übernahme der Betriebsführerschaft für das irakische Ölfeld West Qurna 2. Damit würde der Konzern eine Lücke füllen, die durch den sanktionsbedingten Rückzug der Konkurrenz entstanden ist.

Geopolitische Chance durch Sanktionen

Auslöser für die Neuordnung waren US-Sanktionen im Oktober 2025, die den bisherigen russischen Betreiber Lukoil zum Rückzug zwangen. Chevron hat sich nun das exklusive Recht gesichert, ein Jahr lang über einen neuen Vertrag zu verhandeln. Bis eine dauerhafte Einigung steht, wird der Betrieb temporär von der staatlichen Basra Oil Company geführt. Für Chevron bietet sich hier die Gelegenheit, ein bereits erschlossenes Großprojekt zu übernehmen, ohne die Risiken einer kompletten Neuentwicklung tragen zu müssen.

Gewaltiges Produktionspotenzial

Die Dimensionen des Projekts sind beachtlich: West Qurna 2 steht aktuell für fast 10 Prozent der gesamten irakischen Rohölproduktion und deckt etwa 0,5 Prozent des weltweiten Bedarfs ab. Der irakische Ölminister Hayan Abdel-Ghani stellte bereits in Aussicht, dass die Förderung unter neuer Führung von derzeit rund 480.000 auf bis zu 800.000 Barrel pro Tag gesteigert werden könnte. Dies deckt sich mit Chevrons Strategie, gezielt in langlebige Assets mit hoher Kapazität zu investieren.

Globale Strategie und Risiken

Parallel zur Offensive im Irak diversifiziert Chevron seine Lieferketten weiter. Erstmals seit sechs Jahren verkaufte der Konzern wieder venezolanisches Rohöl nach Indien, um sich im Wettbewerb breiter aufzustellen. Doch die Expansion ist kein Selbstläufer: Der Deal im Irak benötigt nicht nur die Zustimmung des dortigen Ministerrats, sondern auch grünes Licht der US-Behörde für Ausländische Vermögenskontrolle. Konzernvertreter betonten zudem, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wettbewerbsfähig sein müssen, damit ein Vertrag zustande kommt.

Gegenwind im Heimatmarkt

Während international die Weichen auf Wachstum gestellt werden, muss Chevron in den USA regulatorische Hürden nehmen. In Colorado einigte sich die Unternehmenstochter Noble Energy auf eine Strafzahlung von 1,53 Millionen US-Dollar. Hintergrund war ein Bohrloch-Ausbruch im April 2025, der umfangreiche Reinigungsarbeiten in einem Radius von sieben Quadratmeilen erforderlich machte. Die Aktie zeigte sich davon jedoch unbeeindruckt und markierte zuletzt ein neues 52-Wochen-Hoch bei 158,06 Euro.

Der Fokus liegt nun auf dem Verhandlungsgeschick im Nahen Osten. Gelingt die Übernahme von West Qurna 2, würde Chevron direkten Zugriff auf eines der größten Ölfelder der Welt erhalten und seine Reservenbasis langfristig sichern.

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