Ciena Aktie: Lieferketten bremsen Backlog-Rekord

Ciena steigert den Quartalsumsatz um 37 Prozent und erhöht die Prognose, doch Lieferengpässe und Kurszielsenkungen drücken die Aktie.

Die Kernpunkte:
  • Quartalsumsatz steigt auf 1,67 Milliarden Dollar
  • Auftragsbestand wächst auf 8,5 Milliarden Dollar
  • Lieferengpässe bremsen Erlösumwandlung
  • Needham senkt Kursziel auf 520 Dollar

Der Netzwerkspezialist Ciena hat gestern seine Ergebnisse für das dritte Fiskalquartal 2026 vorgelegt. Trotz eines deutlichen Umsatzsprungs und einer angehobenen Prognose reagierten Anleger skeptisch. Die Aktie verzeichnete gestern einen Rückgang von 11 % und schloss im deutschen Handel bei 271,00 Euro.

Grund für die negative Marktreaktion war vor allem der vorsichtige Ausblick auf die Lieferketten-Problematik, die eine schnellere Umsetzung der hohen Auftragsbestände in tatsächliche Erlöse verhindert.

Umsatzsprung und optimistischer Ausblick für 2027

Im abgelaufenen dritten Quartal erwirtschaftete Ciena einen Umsatz von 1,67 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 37 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 2,11 US-Dollar. Besonders dynamisch entwickelte sich das Geschäft mit Cloud-Anbietern, bei denen der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr massiv zulegen konnte.

Das Management blickt zudem zuversichtlich auf das kommende Jahr. Für das Fiskaljahr 2027 stellt Ciena ein Umsatzwachstum von mindestens 30 % in Aussicht. Die operative Marge soll sich in einem Korridor zwischen 25 % und 27 % bewegen. Auch kurzfristig wurden die Erwartungen angehoben: Die Prognose für das gesamte Geschäftsjahr 2026 beläuft sich nun auf 6,42 Milliarden US-Dollar.

Lieferketten bremsen Rekord-Backlog aus

Trotz der positiven Wachstumszahlen belasten Engpässe in der Lieferkette die kurzfristige Entwicklung. Die Unternehmensführung erklärte, dass Lieferbeschränkungen und lange Vorlaufzeiten die Umwandlung des Auftragsbestands in tatsächliche Erlöse einschränken. Dieser Auftragsbestand (Backlog) stieg im Vergleich zum Vorquartal um 800 Millionen US-Dollar auf nun insgesamt 8,5 Milliarden US-Dollar an. Ciena geht davon aus, dass der Wert bis zum Ende des Geschäftsjahres die Marke von 10 Milliarden US-Dollar überschreiten wird.

Medienberichten zufolge stiegen die Papiere vorbörslich zunächst an, bevor Sorgen über den Produktionsengpass die Oberhand gewannen. Bereits am Dienstag stand die Aktie unter Druck, als Berichte über Aktienverkäufe durch Insider bekannt wurden.

Unter anderem veräußerte CEO Gary Brian Smith am Dienstag Papiere im Wert von rund 1,07 Millionen US-Dollar zu einem Preis von 362,90 US-Dollar pro Aktie. Insgesamt summierten sich die Verkäufe von Insidern in den vergangenen 90 Tagen auf etwa 10 Millionen US-Dollar.

Analysten passen ihre Kursziele nach unten an

Die Reaktionen aus der Analystenzunft fielen nach dem Quartalsbericht gemischt aus. Die Experten von Needham & Company senkten gestern ihr Kursziel für Ciena von 600 auf 520 US-Dollar, behielten jedoch ihre Kaufempfehlung bei. Sie reagierten damit auf die jüngsten Entwicklungen im Rahmen des Berichts zum dritten Fiskalquartal. Bereits am Dienstag hatte B. Riley Financial das Kursziel auf 413 US-Dollar reduziert und die Einstufung auf „Neutral“ belassen.

An der Börse hat der jüngste Kursrutsch deutliche Spuren hinterlassen. Die Ciena-Aktie notiert nun mit einem Abstand von -51 % deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch aus dem Juni dieses Jahres. Trotz der aktuellen Schwächephase zeigt sich auf Jahressicht eine insgesamt positive Tendenz: Seit Beginn des Jahres liegt der Wert noch immer mit 34 % im Plus.

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